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Uniqa-Chef Konstantin Klien

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Wien - Der börsenotierte UNIQA-Versicherungskonzern hat in den ersten drei Quartalen 2010 den Gewinn deutlich gesteigert. Die Prognose für das Gesamtjahr wird angehoben. Das Konzernergebnis vor Steuern (EGT) stieg gegenüber der Vorjahresperiode um 142,7 Prozent auf 103 Mio. Euro, teilte das Unternehmen heute, Freitag, ad hoc mit. Durch die Bankensteuer in Ungarn wird das EGT aber auf 98 Mio. Euro gedrückt. Die Prognose für das Gesamtjahresergebnis wird von 120 auf 135 Mio. Euro erhöht. Die Prämieneinnahmen legten um 10,2 Prozent auf 4,7 Mrd. Euro zu.

Als Gründe für den Gewinnsprung nennt die UNIQA neben den zweistelligen Prämienzuwächsen auch ein starkes technisches Ergebnis und massiv gestiegene Kapitalerträge. Wachstumsmotor war die Lebensversicherung mit einem Prämienplus von 18,7 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro. Der Periodenüberschuss stieg um 72,3 Prozent von 35 auf 60 Mio. Euro. Die Versicherungsleistungen erhöhten sich um 10,3 Prozent auf 3,4 Mrd. Euro.

In Westeuropa wurden die Lebensversicherungs-Prämien auf 370 Mio. Euro mehr als verdoppelt, in Österreich gab es ein Plus von 6,4 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro und in Osteuropa von 10,6 Prozent auf 341 Mio. Euro. Die Prämien in der Schaden/Unfall-Versicherung stiegen im Konzern um 5,4 Prozent auf 2 Mrd. Euro, in der Krankenversicherung um 3,7 Prozent auf 734 Mio. Euro.

Die Kapitalanlagen der UNIQA-Gruppe stiegen um 10,5 Prozent und haben per Ende September erstmals die 24-Mrd.-Euro-Grenze überschritten. Die Erträge aus Kapitalanlagen erhöhten sich um 19,2 Prozent auf 672 Mio. Euro. Die Kostenquote sank von 22,7 auf 22,5 Prozent, die Leistungs- und Schadenquote von 77,2 auf 76,6 Prozent.

Kosten gesenkt

Die Kosten-Belastung hat der Konzern heuer weiter gesenkt, die Kostenquote ging per 30.9. im Jahresabstand weiter leicht zurück von 22,7 auf 22,5 Prozent. Insgesamt sei die Kostenquote von 2000 bis 2010 um 4,4 Prozentpunkte reduziert worden, sagte Konzern-Chef Konstantin Klien. Dabei kritisierte Klien auch die ungarische Sondersteuer für den Finanzsektor, die UNIQA heuer rund 6 Mio. Euro kosten könnte. Von der neuen "Wertpapier-KESt" würden Lebensversicherer relativ profitieren. "Solvency II" gehöre noch entschärft. Und bei den Naturkatastrophen, die die UNIQA heuer bisher mit brutto 77 Mio. Euro belastet haben, zahle sich - wie bei der VIG - die regionale Diversifizierung aus.

Von den 4,665 Mrd. Euro Konzern-Einnahmen bis September entfielen in der UNIQA-Gruppe 961 Mio. Euro (+11,0 Prozent) auf Ost- und Südosteuropa, weitere 815 Mio. Euro (+37,1 Prozent) auf die Märkte Westeuropas und 2,889 Mrd. Euro (+4,2 Prozent) auf Österreich. (APA)