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Wien - Die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen hat sich im Vorjahr erneut ein wenig geschlossen. Verdienten Männer im Jahr 2008 noch um 34,1 Prozent mehr als Frauen, so sank diese Zahl im Vorjahr auf 31,8 Prozent. Das geht aus der am Freitag veröffentlichten Lohnsteuerstatistik der Statistik Austria hervor. Eine sanfte Annäherung der Gehälter zeigt sich dabei nicht nur bei den Löhnen der ganzjährig Vollzeit beschäftigten ArbeitnehmerInnen, sondern erstmals seit 2004 auch insgesamt - also auch unter Einbeziehung der Teilzeit-Beschäftigten. Das Lohnsteueraufkommen 2009 fiel in Summe um sieben Prozent geringer aus als 2008 - bedingt durch Wirtschaftskrise und Steuerreform.

Der Unterschied der Einkommen zwischen Frauen und Männern ist ungeachtet des leichten Schließens der "Schere" weiterhin freilich beträchtlich: Laut Lohnsteuerstatistik verdienten 2009 Vollzeit beschäftigte Frauen durchschnittlich 33.379 Euro, Männer hingegen 43.990. Das langsame, aber doch fortschreitende, Schließen der Schere zeigt sich auch im Vergleich mit den Zahlen aus dem Jahr 2004: Damals verdienten Vollzeit beschäftigte Männer noch um 37,5 Prozent mehr als Frauen.

Erheblicher Unterschied durch Teilzeit

Bezieht man für den Vergleich alle ArbeitnehmerInnen mit ein - also auch jene in Teilzeitbeschäftigung - , wird der Unterschied erheblich größer. Damit lagen die durchschnittlichen Bruttolöhne der Männer um 60,5 Prozent über jenen der Frauen. Grund dafür ist die hohe Rate der Teilzeit beschäftigten Frauen - 2009 lag diese Rate bei den Arbeitnehmerinnen bei 43,6 Prozent. Positiv zu vermerken ist, dass auch inklusive der Teilzeit-Beschäftigten die "Schere" etwas zuging. So hatten im Vorjahr (inklusive der Teilzeit-beschäftigten) Männer noch um 63,8 Prozent mehr als Frauen verdient, in den Jahren davor waren hier keine Veränderungen zu erkennen.

Wenig Überraschendes zeigte die Statistik betreffend des Lohnsteueraufkommens: Dieses ging im Vorjahr gegenüber 2008 um 7,1 Prozent (vor ArbeitnehmerInnenveranlagung) zurück - trotz einer leichten Zunahme der EinkommensbezieherInnen um 0,2 Prozent. Bedingt war dies durch die Wirtschaftskrise und die Steuerreform 2009. Laut einer Analyse der Statistik Austria ergab letzteres einen Gesamt-Rückgang der Lohnsteuer-Einnahmen um 2,2 Mrd. Euro.

Profiteure der Steuerreform sind Männer

Darüber hinaus verweist die Studie darauf, dass durch die Steuerreform vor allem die Lohnsteuerbelastung der mittleren Einkommensschichten mit Einkommen zwischen 20.000 und 50.000 Euro brutto gesunken ist. Personen mit den niedrigsten Einkommen (die bereits vor der Reform keine Lohnsteuer gezahlt hatten) hätten von der Reform nicht profitiert. Erst bei Bezügen von 10.000 bis 20.00 Euro zeige sich ein Effekt (durch die Anhebung der Steuerfreigrenze von 10.000 auf 11.000 Euro sowie durch die Reduktion des Eingangssteuersatzes von 38,3 auf 36,5 Prozent).

Bezogen auf die Geschlechter profitierten laut Statistik Austria bei den Steuerersparnissen die Männer mehr als die Frauen (bedingt durch die höheren Bruttobezüge der Männer). Mit 63,3 Prozent seien fast zwei Drittel der gesamten Steuerersparnisse auf Männer entfallen. Die durchschnittliche Lohnsteuerersparnis betrug demnach bei Frauen 256,6 Euro, bei Männern 435,3 Euro - Durchschnittliches Jahres-Bruttoeinkommen in Euro (ganzjährig Vollzeitbeschäftigte). (APA)