Barcelona/Wien - Den Mächtigen aus Madrid steht in Barcelona eine Niederlage ins Haus. Das Match zwischen Real Madrid und Barcelona am Montag lässt sich zwar nicht voraussagen. Aber die Sozialisten des spanischen Premiers José Luis Zapatero müssen befürchten, bei der Regionalwahl am Sonntag in ihrer bisherigen Hochburg Katalonien zu verlieren.

Die vergangenen sieben Jahre regierte der Sozialist José Montilla in einer Allianz mit den linken Republikanern und der links-grünen Partei. Nun liegen aber die bürgerlichen Nationalisten in den Umfragen vorn.

Der Aufreger des Wahlkampfes ist die Debatte um Kataloniens Autonomie von der Regierung in Madrid. Sie war neben der in Spanien besonders schwer zuschlagenden Krise dominierend. Beide Themen schadeten den Sozialisten.

Erst im Sommer kippte das Verfassungsgericht in Madrid Teile des katalanische Autonomiestatuts. In diesem hatte sich Barcelona vorbehalten, die Höhe der Transfergelder der reichen Region an Madrid mitzubestimmen. Zudem wird Katalonien darin als "Nation" bezeichnet. Die Nationalisten konnten von Empörung über das Urteil profitieren.

Die Wahl gilt als Stresstest für die angeschlagene Regierung von Premier Zapatero. Verlieren die Sozialisten in Katalonien, könnte ihnen bei den nationalen Wahlen 2012 Ähnliches blühen. (fan, STANDARD-Printausgabe, 27./28.11.2010)