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Tobias Grünenfelder feiert seinen ersten Weltcupsieg.

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Nach dem österreichischen Triumph in der Abfahrt schlagen die Schweizer im Super G Zurück

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Lake Louise/Alberta - Einen Tag nach dem Doppelsieg der Österreicher in der Abfahrt in Lake Louise haben die Schweizer Ski-Herren zurückgeschlagen. Tobias Grünenfelder feierte am Sonntag im Super-G in Kanada knapp vor seinem Teamkollegen Carlo Janka (+0,07 Sek.) den ersten Weltcupsieg seiner Karriere. Der Tiroler Romed Baumann (0,27) wurde als bester ÖSV-Läufer Dritter, der Osttiroler Mario Scheiber, am Samstag hinter dem Salzburger Michael Walchhofer Zweiter, verpasste einen Stockerlplatz hauchdünn um 2/100 Sekunden und landete auf Platz vier.

"Ich hatte eine gute Startnummer (4, Anm.), die habe ich gut ausgenützt, denn die Piste ist für die höheren Nummern, vor allem im oberen Teil, schlechter geworden", betonte Baumann nach seinem insgesamt vierten Podestplatz im Weltcup, dem allerdings ersten abseits der Super-Kombination. Der 24-Jährige hatte bisher alle seine Top-Ten-Platzierungen im Weltcup in der Kombination und im Riesentorlauf erreicht, in den Speed-Disziplinen war er bis Sonntag nie in die Top Ten gefahren.

Baumanns bestes Super-G-Ergebnis war bisher Platz 15 am 7. März in Kvitfjell gewesen, in der Abfahrt war er 2007 in Lake Louise einmal Elfter geworden. "Dieser dritte Platz freut mich deshalb besonders, denn ich habe heuer sehr viel ins Training in den Speed-Bewerben investiert", erklärte der Olympia-Fünfte im Riesentorlauf. "Ich hoffe, ich kann das auch in den nächsten Rennen bestätigen und den Schwung für die Europa-Rennen mitnehmen."

"Ich bin zu brav gefahren"

Scheiber fehlten am Ende 29/100 Sekunden auf seinen ersten Weltcup-Sieg. Der 27-Jährige wusste, wo er diese liegen gelassen hatte. "Ich bin unten zu brav gefahren. Ich war überrascht, dass es so langsam war, hätte es viel schneller erwartet, deshalb bin ich mit etwas zu viel Respekt an die Sache herangegangen. Ich bin nicht unzufrieden mit dem Platz, aber zum Siegen braucht es eben mehr", lautete der Kommentar von Scheiber, der nach dem starken Lake-Louise-Wochenende nun im Gesamt-Weltcup-Leader ist.

Drittbester Österreicher war Benjamin Raich auf Platz acht. "Ich habe eine ganz gute Fahrt gemacht, war aber teilweise da und dort nicht am Limit, bin zu schön gefahren. Das ist mir am Schluss abgegangen", meinte der 32-jährige Tiroler, der "mit der Fahrt nicht, aber mit der Form zufrieden" war.

Vortagssieger Walchhofer hatte das Rennen dagegen schon vor dem Start verloren, weil er im Gegensatz zur Abfahrt diesmal aufs falsche Material gesetzt hatte. "Ich hätte dem Servicemann vertrauen und einen Abfahrtsski nehmen sollen, das war ein Fehler von mir", gestand der 35-jährige Routinier nach Platz 18. "Aber ich weiß wenigstens, dass ich im Super-G besser dabei sein kann."

Grünenfelders Karrierefrühling

Grünenfelder war am Samstag 33 Jahre alt geworden, doch nach Platz 28 in der Abfahrt hatte er aufs Feiern verzichtet. "Nach der schlechten Abfahrt wollte unbedingt etwas zeigen. Jetzt habe ich einen Grund zum Feiern", frohlockte der Speed-Spezialist, der bisher vier dritte Plätze als beste Weltcup-Platzierungen zu Buche stehen hatte. "Ich habe immer daran geglaubt, dass ich einmal ein Weltcup-Rennen gewinnen werde - besser spät als nie!"

Gesamtweltcup-Titelverteidiger Carlo Janka hatte seinen Teamkollegen auf der Rechnung gehabt und ist überzeugt, dass das "Ski-Herren-Ländermatch" Österreich gegen die Schweiz bereits in der kommenden Woche in Beaver Creek in die nächste Runde gehen wird. "Beide Nationen sind sehr stark, das wird ein harter Kampf werden", lautete die Prognose von Janka. In Colorado soll wegen des erwarteten Schlechtwetters nun schon am Dienstag erstmals trainiert werden, deshalb drückten alle Teams auch bei der Abreise aus Lake Louise aufs Tempo. (APA)