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Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad

Foto: APA

Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat am Montag bei einer Pressekonferenz eingeräumt, dass eine Attacke des Computerwurms Stuxnet zu Problemen in einigen Atomanlagen des Landes geführt hatte. Das von Feinden des Iran programmierte Virus habe bei Zentrifugen, die zur Uranreicherung eingesetzt würden, begrenzte Schäden angerichtet. Glücklicherweise sei dies entdeckt worden und nun nicht mehr möglich, fügte er hinzu. Bisher hatte die Regierung in Teheran immer behaupt, Stuxnet habe für keinerlei Unregelmäßigkeiten gesorgt.

Atomwaffen

Die Staatengemeinschaft wirft der Islamischen Republik vor, unter dem Deckmantel der Stromerzeugung nach Atomwaffen zu streben, was die Führung in Teheran bestreitet. Die UNO, die Europäische Union und die USA haben wegen Atomprogramms Sanktionen gegen den Golfstaat verhängt.

Anschläge

Kurz vor der Pressekonferenz Ahmadinejads wurden zwei Atomphysiker in Teheran das Ziel von Anschlägen. Der staatliche Rundfunk berichtete, in den Fahrzeugen der beiden Hochschullehrer seien Bomben gezündet worden. Bei dem Toten handele es sich um Majid Shahriari, einen ehemaligen Schüler des heutigen Chefs der Atombehörde, Ali Akbar Salehi. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA warnte Salehi die "Feinde des Irans" davor, mit dem Feuer zu spielen. "Die Geduld unseres Volkes hat eine Grenze." Bisher hat sich niemand zu den Anschlägen bekannt.

Spione

Der Iran hat in den vergangenen Monaten eine Reihe von mutmaßlichen Atomspionen festgenommen. Zudem hat das Land seine Bürger mehrmals davor gewarnt, ausländischen Geheimdiensten Informationen zuzuspielen. Bereits im Jänner war ein Atomphysiker bei einem Anschlag ums Leben gekommen. Der Hochschullehrer Massud Ali-Mohammadi starb bei der Explosion einer Bombe vor seinem Haus im Norden Teherans. (APA)

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