Seoul/Tokio - In der Hoffnung auf eine diplomatische Lösung des Korea-Konflikts ist am Dienstag ein Vertreter Pjöngjangs in China eingetroffen. Das nordkoreanische Regime drohte unterdessen mit Blick auf das gemeinsame Manöver Südkoreas und der USA mit einem "ausgewachsenen Krieg" auf der Halbinsel. Jeder gegen den Norden gerichtete "provozierende Krieg" bedeute "Selbstzerstörung" hieß es in einem Kommentar der staatlichen Zeitung "Minju Joson".

US-Außenministerin Hillary Clinton will einem Medienbericht zufolge in der nächsten Woche in Washington mit ihren Amtskollegen aus Japan und Südkorea über die gespannte Lage im Korea-Konflikt beraten. Bei dem Treffen am Montag solle es auch darum gehen, China zu drängen, seinen Einfluss geltend zu machen und mäßigender auf Nordkorea einzuwirken, meldete die japanische Nachrichtenagentur Nikkei am Montag unter Berufung auf eingeweihte Personen. Zudem solle über den Vorschlag Chinas gesprochen werden, die Situation mit einer Wiederbelebung der Sechs-Parteien-Gespräche über ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffen-Programms zu beruhigen. Nordkorea hatte die Gespräche, an denen auch Russland beteiligt ist, vor zwei Jahren abgebrochen. Das US-Außenministerium bestätigte die Meldung zwar nicht. Ein solches Treffen sei aber im Gespräch, sagte ein Außenamts-Sprecher in Washington.

Der nordkoreanische Vertreter Choe Thae-bok wird sich laut einem Bericht der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap fünf Tage lang in China aufhalten. Bei den Gesprächen soll es demnach um den tödlichen Artillerieangriff auf eine südkoreanische Insel vergangener Woche, das nordkoreanische Atomprogramm und die südkoreanisch-amerikanische Militärübung gehen. Cheo war laut Yonhap bereits Ende September nach China gereist und hatte die Regierung darüber informiert, dass einem Sohn des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong-il hohe politische Posten übergeben werden sollen. (APA)