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"Her mit dem Schotter!" forderten die Grünen Abgeordneten Karl Öllinger und Birgit Schatz am Montag vor der Wirtschaftskammer.

Foto: APA/Neubauer

Die rund 450.000 Beschäftigten im Handel dürfen sich ab 1. Jänner 2011 über ein Gehaltsplus von 2 bis 2,3 Prozent freuen. ArbeitgeberInnen- und ArbeitnehmerInnenvertreter einigten sich am Montag in der bereits sechsten Verhandlungsrunde auf diese Erhöhung. 

Konkret bekommen Angestellte, die bis zu 1.500 Euro verdienen, um 2,3 Prozent mehr Gehalt. Bei Gehältern zwischen 1.500 und 1.800 Euro beträgt das Plus 2,1 Prozent, darüber 2 Prozent.

"Guter und gerechter" Abschluss

Die Gewerkschaft sieht ihre Forderung nach einem Mindestlohn von 1.300 Euro brutto damit umgesetzt und sprach von einem "guten und gerechten" Abschuss. "Wir haben den Auftrag von 38.000 Betroffenen, die sich für ein Mindestgehalt von 1300 Euro ausgesprochen haben, ernst genommen und am Verhandlungstisch so lange nicht nachgegeben, bis er umgesetzt war. Dieser Abschluss stellt insbesondere für die unteren Gehaltsgruppen, darunter viele Frauen, und für die Lehrlinge ein wichtiges Ergebnis dar", betonte ArbeitnehmerInnen-Chefverhandler Franz Georg Brantner. Von dem Gehaltsplus von 2,3 Prozent würden nun etwa 60 Prozent der Beschäftigten profitieren.

Für die ArbeitgeberInnen sei das Ergebnis "gerade noch erträglich, denn immerhin bedeutet eine Gehaltserhöhung um einen Prozentpunkt Mehrzahlungen von 180 Millionen. Mit einem Mindestgehalt von 1.300 Euro wollten wir aber auch in Richtung unserer MitarbeiterInnen ein positives Signal setzen", betonte Aichinger nach den Verhandlungen. Insgesamt werde die Gehaltserhöhung die heimischen Handelsbetriebe 380 Millionen Euro kosten.

Schon vor dem heutigen Abschluss hatten sich die Sozialpartner darauf geeinigt, ab Jänner in eigenen Arbeitsgruppen die Neuordnung der Zuschläge zu verhandeln. Eine Lehrlingsprämie wurde am Montag bereits fixiert: Lehrlinge mit guten Lehrabschluss bekommen 100 Euro Prämie, jene mit einem ausgezeichneten Abschluss bekommen 150 Euro.

Schütt-Aktion

Unterstützung für die Arbeitnehmer war Montagfrüh von den Grünen gekommen. "Mehr Schotter" für die Beschäftigten im Handel verlangten sie und untermauerten diese Forderung mit einer "Schüttaktion" vor der Wirtschaftskammer in Wien. Vor dem Eingang der Arbeitgebervertretung häuften die Grün-Abgeordneten Birgit Schatz und Karl Öllinger den Inhalt mehrerer Säcke Schotter auf, um damit der Gewerkschaft den Rücken zu stärken.

Heinisch-Hosek gratuliert VerhandlerInnen

"Der Handel ist eine der Branchen, in denen am meisten Frauen beschäftigt sind. Daher ist der Gehaltsabschluss mit einem Mindestlohn von 1.300 Euro bei Vollzeitbeschäftigung ein wirklich wichtiger Schritt für die Frauen", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und gratuliert den VerhandlerInnen der GPA zu diesem Ergebnis. "Das ist ein wichtiger Beitrag, um die Armut zu bekämpfen und hilft vor allem den Frauen", so die Frauenministerin. (APA/red)