Wien - Herbert Kaufmann, Vorstand der Flughafen Wien AG, wehrt sich in einem Interview mit "Österreich" gegen die Darstellung des Flughafens als Skandalunternehmen und will seinen Vertrag "auf jeden Fall bis 2014 erfüllen". Die seit vielen Monaten anhaltenden Gerüchte um eine vorzeitige Ablöse des gesamten Vorstands, die - wie berichtet - nun Mitte Dezember vom Aufsichtsrat vollzogen werden könnte, dementierte er damit neuerlich.

Beim Terminal "Skylink" seien natürlich Fehler passiert, so Kaufmann. "Aber es ist falsch zu sagen, wir hätten eine Milliarde Euro quasi verspielt. Zuallererst wird es mit Skylink das modernste Terminal in Europa geben. Und darüber hinaus ist Skylink auch beim jetzigen Budget wirtschaftlich, was auch der Rechnungshof bestätigt."

Zu einer Verdoppelung des Skylink-Budgets von ursprünglich 430 Mio. Euro werde es im Übrigen nicht kommen. "Vom jetzigen Standpunkt kostet Skylink unter 800 Mio. Euro." Dass der Flughafen wegen Skylink kein Geld mehr habe und eine Kapitalerhöhung brauche, stimme nicht, so Kaufmann weiter. "Wir sind ein ertragsstarkes, gesundes Unternehmen und es ist keine Frage, dass wir Skylink finanzieren können." Im Skylink stecke kein Steuergeld - "im Gegenteil zahlen wir 40 bis 45 Mio. Euro Steuern und Dividende an die öffentliche Hand."

Gabmann sieht keine eigenen Fehler

Auch Kaufmanns Vorstandskollege Ernest Gabmann meldete sich in einem Interview zu Wort. Er kann bei Skylink keine eigenen Fehler entdecken und hält an seinen Gehaltsansprüchen fest. Für einen Rücktritt sieht er im "Kurier" keinen Grund, auch glaubt er nicht, dass ihn sein Förderer, Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP), fallen lässt.

Für eine vorzeitige Ablöse gebe es "keinen Grund", die Kostengrenze von 830 Mio. Euro werde "mit Sicherheit" unterschritten. Er wolle daher seinen Vertrag bis 2014 "selbstverständlich" erfüllen. Ob er als Empfänger einer Politikerpension auf Teile der kolportierten 1,5 Mio. Euro Anfertigung verzichten würde, verneint der ehemalige VP-Spitzenpolitiker aus Niederösterreich. "Das diskutiere ich nicht, weil es keinen inhaltlichen Grund dafür gibt", wird Gabmann zitiert.

Dass der Flughafen den Fußballverein von Gabmanns Heimatgemeinde Schrems (NÖ) mit 50.000 Euro sponsert, verteidigt der Manager. "Es gibt eine Werbewertanalyse, alle unsere Sponsor-Verträge werden analysiert und bewertet", so Gabmann.

Kaufmann und Gabmann bilden mit Gerhard Schmid den aktuellen Dreier-Vorstand der Flughafen Wien AG. Wie berichtet, soll der Vorstand auf zwei Personen verkleinert werden, im Aufsichtsrat geht man dabei von einvernehmlichen Lösungen aus. (red/APA)