Ramallah - Der US-Nahost-Vermittler William Burns hat am Montag ein Ende des palästinensischen Terrors und israelische Zugeständnisse zur Verbesserung der Lebensumstände im besetzten Westjordanland und Gaza-Streifen gefordert. Nach einem Gespräch mit dem neuen palästinensischen Ministerpräsidenten Mahmud Abbas (Abu Mazen) in Ramallah sagte Burns, es gebe keine Alternative zu solchen Schritten von beiden Seiten. Er betonte "die starke Verpflichtung und Entschlossenheit von Präsident (George W.) Bush, die Gelegenheit zu ergreifen, um aktiv und energisch auf eine Zwei-Staaten-Lösung zuzuschreiten." Bush sehe den letzte Woche veröffentlichten internationalen Friedensfahrplan als Ausgangspunkt für diese Vision.

Abbas trat nach dem Gespräch nicht vor die Journalisten. Der neue Staatsminister für Verhandlungen mit Israel, Saeb Erekat, der bei den Gesprächen anwesend war, sagte, Abbas habe gegenüber Burns eine offizielle israelische Reaktion auf den Fahrplan gefordert. Er beschrieb das Gespräch als "ausführlich" und sagte, er sehe nun eine Chance für eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche. US-Außenminister Colin Powell werde kommenden Sonntag zu Gesprächen in Israel und Palästina erwartet. Mit der Ernennung von Erekat, der zuvor Kommunalminister gewesen war, hatte sich Präsident Yasser Arafat seinen Einfluss auf die Außenpolitik des neuen Kabinetts gesichert. Erekat ist zudem Chefunterhändler der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO).

Fahrplan

Der Drei-Phasen-Fahrplan soll bis 2005 zur Errichtung eines souveränen palästinensischen Staates führen. Er sieht insbesondere den Rückzug Israels aus den autonomen Gebieten, einen Siedlungsstopp und die Lockerung von Zwangsmaßnahmen vor. Die Israelis haben 15 Einwände gegen den Plan, unter anderem verlangen sie, dass einem Einfrieren des Siedlungsbaus eine "lange Periode" ohne bewaffnete Zwischenfälle vorausgehen müsse. Die Umsetzung des Plans soll, so verlangt es die Regierung von Premier Ariel Sharon, allein von den USA und nicht vom gesamten Quartett überwacht werden.

Burns bereitet nach der Veröffentlichung des internationalen Friedensfahrplans des Nahost-Quartetts (USA, UNO, EU, Russland) den Besuch von US-Außenminister Colin Powell in Israel und Palästina in der kommenden Woche vor. (APA/dpa)