Bild nicht mehr verfügbar.

Im Zuge der Vermittlungsbemühungen in Simbabwe trafen u.a. Staatspräsident Robert Mugabe (rechts) und der nigerianische Präsident Olusegun Obasanjo aufeinander.

Foto: REUTERS/Howard Burditt
Harare - Zur Überwindung der politischen und wirtschaftlichen Krise in Simbabwe hat eine Delegation afrikanischer Staatschefs am Montag nachdrücklich einen Dialog zwischen Regierung und Opposition gefordert. Bei ihren Vermittlungsbemühungen in Harare trafen die Präsidenten aus Südafrika, Nigeria und Malawi - Thabo Mbeki, Olusegun Obasanjo und Bakili Muluzi - sowohl mit Staatschef Robert Mugabe als auch mit Oppositionsführer Morgan Tsvangirai zusammen.

Wichtigstes Ziel sei, den "inneren Dialog" in Simbabwe anzukurbeln, erklärte Muluzi. Zu den Ergebnissen der Gespräche, in deren Verlauf die Vermittler zwischen Mugabe und Tsvangirai hin und her pendelten, wurde zunächst nichts bekannt. Tsvangirai, Führer der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC), sprach lediglich von einem guten Gespräch.

Hintergrund

Mugabe, dessen autokratische Regierungsform für die Krise mit verantwortlich gemacht wird, hat bisher einen Dialog mit Tsvangirai an die Bedingung geknüpft, dass die Opposition seinen umstrittenen Wahlsieg vom vergangenen Jahr anerkennt. Die MDC, die der Regierung Wahlbetrug vorwirft, will das Ergebnis der Präsidentenwahl gerichtlich prüfen lassen. Mugabe hatte sich knapp gegen Tsvangirai durchgesetzt. Auch unabhängige Beobachter sprachen von massiven Unregelmäßigkeiten und Einschüchterung. Die einstige Kolonialmacht Großbritannien, die EU und die USA haben das Ergebnis nicht anerkannt.

Frühere Vermittlungsversuche von Südafrika und Nigeria brachten keinen Durchbruch. Die Opposition beklagt weiterhin politische Gewalt und Unterdrückung. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen wurden seit 2000 tausende Menschen, vor allem Anhänger der Opposition, festgenommen, gefoltert oder vertrieben. Am Montag nahm die Polizei rund zwei Dutzend Demonstranten fest, die vor dem Hotel, in dem sich die Vermittlungsdelegation mit Tsvangirai traf, gegen Mugabe protestierten.

Simbabwe leidet unter der schwersten Wirtschaftskrise seit der Unabhängigkeit 1980. Die Inflation hat ein Rekordhoch von 228 Prozent erreicht, die Arbeitslosigkeit liegt bei fast 70 Prozent. (APA/AP)