Wien - Eine positive Bilanz des Eisenbahnerstreiks im Güterverkehr der vergangenen Nacht hat der Vorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft, Wilhelm Haberzettl, in der Früh gezogen. Von den Streikmaßnahmen seien insgesamt rund 1.230 Züge betroffen gewesen. Der Streiks sei "lückenlos und ohne Zwischenfälle" durchgeführt worden, stellte Haberzettl in einer Aussendung fest. Die Eisenbahner hätten mit diesem ersten zwölfstündigen Streik seit vielen Jahren bewiesen, "dass gezielte Streikmaßnahmen mit großer Effizienz und wirtschaftlichen Auswirkungen möglich sind". Dies werde auch in den nächsten Wochen für eine durchaus mögliche Ausdehnung der Kampfmaßnahmen von Bedeutung sein.

Kurz nach Streikbeginn am Montagabend um 20 Uhr seien alle auf den Schienen befindlichen Güterzüge in die nächste erreichbare Station eingefahren. Von den Streikmaßnahmen im Bereich des Güterverkehrs waren bei den ÖBB in der Ostregion 370 Züge betroffen, im Süden 321 Züge, in Westösterreich 100 und in der Region Mitte 408 Güterzüge. Bei den Privatbahnen waren rund 40 Güterzüge blockiert.

Das Beratungsteam in der Streikleitung der Eisenbahnergewerkschaft habe Montagabend rund 200 Anrufe - überwiegend Kundenfragen - verzeichnet. Dabei hätten viele Anrufer Verständnis und Zustimmung zu den Forderungen der Gewerkschaft geäußert, sagte Haberzettl.

Die Gewerkschaft der Eisenbahner arbeitet inzwischen bereits mit Hochdruck an der Vorbereitung der ÖGB-Großdemonstration am 13. Mai in Wien. Aus allen Regionen gebe es bereits eine unerwartet hohe Nachfrage nach der Bereitstellung von Sonderzügen zu dieser Protestdemonstration des ÖGB, erklärte Haberzettl. (APA)