Salzburg - Bei der Streik-Aktion der Salzburger Müllabfuhr in Anthering kam es zu einem Eklat: Der Salzburger FP-Landtagsabgeordnete und Vizebürgermeister von Seekirchen, Helmut Naderer, der auch Kommandant des Gendarmeriepostens Bergheim ist, hat die Kundgebung der Müllabfuhr vorzeitig gestoppt, weil er den Lenkern mit Führerscheinentzug gedroht hat, schilderte Alfred Hirschbichler, der Landessekretär der Gewerkschaft Handel-Transport-Verkehr (HTV).

Die Müllabfuhr wollte mit 24 Fahrzeugen von 7.00 bis 9.00 Uhr im Kreisverkehr fahren und so zwei Stunden lang die Lamprechtshausner Bundesstraße - die mit Abstand wichtigste Straße für die Pendler aus dem nördlichen Flachgau in die Stadt Salzburg - blockieren. Naderer habe den Lenkern mit Führerscheinentzug und Zuverlässigkeitsprüfungen gedroht. "Ich konnte es nicht verantworten, dass sie auch noch ihre berufliche Laufbahn aufs Spiel setzen, wenn schon ihre Pension auf dem Spiel steht" , argumentierte Hirschbichler, weshalb er dann die Aktion "modifiziert" hat. Die Brummis fuhren nämlich von etwa 7.00 bis 8.15 Uhr sehr langsam zwischen Bergheim und Anthering hin und her. "Missbrauch der Amtsgewalt"

Hirschbichler sprach von "Missbrauch der Amtsgewalt durch den FPÖ-Abgeordneten Naderer". In der ganzen Stadt würde die Polizei die Demonstranten begleiten, nur Naderer müsse "als einziger Gendarm in ganz Österreich" die Aktion auflösen. "Mit seinen Bezügen als Vizebürgermeister, Abgeordneter und Postenkommandant hat er es nicht nötig, sich Sorgen über die Pension zu machen", so der Gewerkschafter, der ankündigte, allfällige Schritte gegen Naderer zu prüfen.

Naderer beruft sich auf die Bundesverfassung, wonach er für die öffentliche Sicherheit, Ruhe und Ordnung zu sorgen habe. Hätte die Gewerkschaft die Kundgebung angemeldet, hätte die Gendarmerie sie sogar geschützt und wäre nicht dagegen vorgegangen. Sollte Hirschbichler ihm unterstellen, dass sein Einschreiten politisch motiviert sei, werde er ihn klagen. (APA)