Wien - Die Mehrheit der Österreicher halten die heutigen Streiks des Gewerkschaftsbundes gegen die Pensionsreform für gerechtfertigt. Das geht aus einer aktuellen OGM-Umfrage für das ORF-Fernsehmagazin "Report" hervor. 62 Prozent halten die Streikmaßnahmen für gerechtfertigt. Allerdings erwarten nur 20 Prozent die Gewerkschaft als Sieger in dieser Konfrontation, dafür 54 Prozent die Regierung.

Die OGM-Meinungsumfrage im Auftrag des ORF-"Report" wurde gestern Abend durchgeführt. Befragt wurden 501 Österreicher ab 18 Jahre (maximale Schwankungsbreite 4,4 Prozent). Differenziert nach der Parteizugehörigkeit halten nur 24 Prozent der ÖVP-Wähler die Streiks für gerechtfertigt. Unter den FPÖ-Wählern sind es immerhin 57 Prozent. SPÖ-Wähler begrüßen die Kampfmaßnahmen zu 93 Prozent, Grüne zu 91 Prozent.

Bei der Frage "Wer wird ihrer Meinung nach als Sieger aus dieser Konfrontation heraus gehen?" zeigt sich, dass auch die Anhänger der Oppositionsparteien die Regierung als Sieger der Konfrontation sehen: Bei den SPÖ-Anhängern erwarten 49 Prozent die Regierung und nur 31 Prozent die Gewerkschaft als Sieger, bei den Grünen setzen 58 Prozent auf die Regierung und nur 13 Prozent auf die Gewerkschaft.

86 Prozent der Befragten halten Änderungen im Pensionssystem für die zukünftige Sicherung notwendig. Auf die Frage, ob die Streiks fortgesetzt oder beendet werden, falls sie nicht die von der Gewerkschaft gewünschte Wirkung zeigen, sind 45 Prozent für eine Beendigung, 42 Prozent für eine Fortsetzung der Streiks.

Weiters erwarten 68 Prozent keine allzu großen Auswirkungen der Streiks, nur 26 Prozent befürchten eine Gefährdung des Wirtschaftsstandortes Österreich und von Arbeitsplätzen. (APA)