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Pompeji im Regen. Jahrelange Vernachlässigung und zuletzt heftige Niederschläge und haben der archäologischen Stätte schwer zugesetzt.

Foto: Salvatore Laporta/AP/dapd

Rom - Nachdem in den vergangenen Wochen mehrere historische Strukturen in Pompeji zerfielen, hat sich nun eine internationale Solidaritätsbewegung zur Rettung der archäologischen Stätte zusammen gefunden. Die britische Historikerin Mary Beard plädierte in einem von der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" (Donnerstagsausgabe) veröffentlichten Schreiben für einen internationalen Pakt zur Rettung Pompejis.

Warum müsse Italien allein für das Welterbe aufkommen, nur weil sich Pompeji auf seinem Territorium befinde, fragte die Professorin aus Cambridge. "Die ganze Welt soll sich in Bewegung setzen, um Pompeji zu retten", schreibt Beard, die demnächst ein Buch über das Leben in Pompeji veröffentlichen wird.

Regen und Vernachlässigung

In der antiken Stadt Pompeji waren vergangene Woche zweimal Überreste eines historischen Bauwerks eingestürzt. Nach mehrtägigem heftigen Regen brach eine rund drei Meter lange Mauer in sich zusammen. Zuvor war in Pompeji eine zwölf Meter lange Mauer vor dem "Haus des Moralisten" an mehreren Stellen in sich zusammen gebrochen. Am 6. November war ein Haus eingestürzt, das Gladiatoren in der Römerzeit für das Training vor Kämpfen genutzt hatten. Der italienische Kulturminister Sandro Bondi hatte bereits vor weiteren Einstürzen wegen des aufgeweichten Bodens gewarnt.

Italiens antikes Erbe ist durch Vernachlässigung und klimatische Veränderungen stark gefährdet. Im Frühjahr hatte ein großes Segment in Kaiser Neros Palast Domus Aurea (Goldenes Haus) in Rom nachgegeben. Teile des Putzes brachen ab und stürzten in einen bei Besuchern beliebten Garten. (red/APA)