40 österreichische NGOs haben sich zur Initiative 3000Kinderleben.at zusammengeschlossen

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Wien - Als Zeichen des Protests gegen die drohende Kürzung der Entwicklungshilfe in Österreich hat die Initiative "3000Kinderleben.at" am Mittwoch in der Früh 3.000 Holzkreuze vor dem Parlament aufgestellt. Die Kreuze stehen nach Angaben der Organisatoren symbolisch für jene Kinder, deren Leben durch die Einsparungen in Gefahr seien. Außerdem seien in den vergangenen Tagen rund 25.000 Protestbriefe von empörten Bürgern bei Nationalratsabgeordneten eingelangt, betonte "Licht für die Welt" in einer Aussendung.

40 NGOs

30 Vertreter von österreichischen Hilfsorganisationen nahmen an der Aktion teil. 40 österreichische NGOs haben sich zur Initiative 3000Kinderleben.at zusammengeschlossen, um die geplante Budgetkürzung für die Entwicklungszusammenarbeit (EZA) zu verhindern. Am Mittwoch fanden im Parlament Budgetausschussberatungen über die Entwicklungshilfe statt.

"In der Schweiz hat nun der Nationalrat die geplanten Einsparungen bei der Entwicklungshilfe gekippt", sagte Caritas-Präsident Franz Küberl. Eine Kürzung der Gelder für die operative Entwicklungshilfe um insgesamt 83 Mililionen Euro hätte dramatische Folgen für die Menschen in den ärmsten Ländern der Erde. Mit diesem Geld könnte die Ernährung von 900.000 Menschen langfristig gesichert und damit 3.000 Kinder vor dem Hungertod gerettet werden.

Fischler: "Verpflichtung aller Industriestaaten"

Ex-EU-Agrarkommissar Franz Fischler, Präsident des ökosozialen Forums, betonte: "Die globale Hilfe für die Armen der Welt ist eine Verpflichtung aller Industriestaaten. Trittbrettfahrer wie Österreich gefährden diese notwendige Unterstützung und schwächen die notwendige internationale Solidarität und Verantwortung. Andere EU-Staaten zeigen vor, dass Entwicklungshilfe-Ziele auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eingehalten werden können." Fischler forderte erneut eine Zweckwidmung der Flugticketabgabe für die Entwicklungshilfe.

Lacina: "Österreich hat selbst Hilfe bekommen"

Ex-Finanzminister Ferdinand Lacina ergänzte: "Der Betrag, der gekürzt werden soll, ist insgesamt zu gering, dass er das Budget gefährden könnte. Aber er gefährdet die Qualität der österreichischen Entwicklungshilfe. Es ist erst 50 Jahre her, dass Österreich selbst Hilfe bekommen hat."

Die Hilfsorganisationen kritisierten, dass Österreich nur 0,3 Prozent seiner Wirtschaftsleistung in EZA-Projekte fließen lässt. Österreich bekennt sich zu dem UNO-Ziel, bis 2015 für Entwicklungszusammenarbeit 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auszugeben. (APA)