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Der Castor-Transport bei der Abfahrt aus Cadarache. Laut Greenpeace wird in dem Zug auch atomwaffenfaehiges Plutonium transportiert, das ursprünglich offenbar aus dem Atomforschungszentrum Karlsruhe und dem Ende der 70er Jahre ausgemusterten deutschen Atomfrachter 'Otto Hahn' stammt.

Foto: Bente Stachowske/Greenpeace/dapd

Magdeburg/Anklam - Nach einem mehr als zweistündigen Stopp in Magdeburg hat sich der Castor-Transport mit hoch radioaktivem Müll wieder in Bewegung gesetzt. Der Zug mit rund 2500 Brennstäben an Bord rollte nach Angaben der deutschen Bundespolizei am Donnerstag kurz nach 7.00 Uhr in Richtung Norden. Es wird vermutet, dass er über Wittenberge in der brandenburgischen Prignitz fährt. Die Pause am Bahnhof Magdeburg-Buckau war laut Bundespolizei vor allem wegen eines Austauschs der Loks und eines Personalwechsels nötig. Rund um die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts wurden 24 Atomkraftgegner in Gewahrsam genommen, wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte.

Defekte Weiche

In Magdeburg-Westerhüsen waren demnach 19 Menschen auf den Gleisen - zu einem Zeitpunkt, als der Zug noch in Halle gestanden sei. Dort habe es ein technisches Problem gegeben, Atomkraftgegnern zufolge war der Grund eine defekte Weiche. Die Räumung der Schienen in Westerhüsen dauerte laut Bundespolizei etwa 45 Minuten und hatte keine Auswirkungen auf den weiteren Verlauf des Castor-Transports. Am Bahnhof in Magdeburg wurden fünf Atomkraftgegner in Gewahrsam genommen, weil sie auf den Gleisen unterwegs waren.

In Mecklenburg-Vorpommern machten sich Castor-Gegner an den Gleisen der möglichen Transportstrecke zu schaffen. Zwischen Rostock und Stralsund seien auf einer Länge von rund 30 Metern Steine bis auf eine Tiefe von zehn Zentimetern aus dem Gleisbett entfernt worden, sagte Polizeisprecher Axel Falkenberg im Einsatzzentrum Anklam. Die Bundespolizei habe den Schaden Donnerstag früh behoben. Der Zugverkehr habe deshalb kurzzeitig unterbrochen werden müssen. (APA)