Nürnberg - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im April saisonbedingt leicht gesunken. Bundesweit gab es 4,495.200 Arbeitslose, rund 112.700 weniger als vor einem Monat, aber 471.148 mehr als vor einem Jahr, wie die Bundesanstalt für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg erklärte. Die Arbeitslosenquote lag bei 10,8 Prozent. Das ist der höchste April-Stand seit der Wiedervereinigung.

Geringe saisonale Erholung

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesanstalt, Florian Gerster, sagte, die Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt habe sich im April fortgesetzt. "Vor dem Hintergrund struktureller Probleme und konjunktureller Schwäche kann sich der Arbeitsmarkt zur Zeit nicht erholen." Der Rückgang um gut 110.000 im April sei geringer als für diesen Monat üblich.

Saisonbereinigt nahm die Arbeitslosigkeit in Deutschland im April erneut stark zu. Im Vergleich zum Vormonat stieg die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 44.000 auf 4,460 Millionen, berichtete die Bundesanstalt. Im Westen stieg sie um 30.000, im Osten um 14.000. Gerster sagte, die Zuwachsraten der saisonbereinigten Zahlen würden seit zwei Monaten kleiner. Dies sei ein Hoffnungsschimmer.

In Westdeutschland waren im April 2,811.000 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 68.900 weniger als im März, aber 363.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 8,6 Prozent nach 8,8 Prozent im März und 7,5 Prozent im April 2002. In Ostdeutschland sank die Zahl der Arbeitslosen um 43.800 auf 1,684.200. Damit waren 108.100 Menschen mehr arbeitslos als vor einem Jahr. Die Quote betrug 19,1 Prozent nach 19,6 Prozent vor einem Monat und 17,8 Prozent vor einem Jahr.

(APA/AP)