Wien - Der israelische Vizeminister Ayoob (Ayub) Kara ist auf Einladung der FPÖ zu einem mehrtägigen Aufenthalt in Wien. "Ich bin gekommen, um der FPÖ für die Unterstützung in der Gaza-Flotten-Krise zu danken", sagte Kara am Dienstagnachmittag auf einer Pressekonferenz mit FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache und dem Europaabgeordneten Andreas Mölzer in Wien. "Als Vertreter von Likud bin ich auf der Suche nach Unterstützung für Israel im Kampf gegen den Terrorismus, der auch ganz Europa betrifft", so der drusische Politiker, Knesset-Abgeordneter der rechtsgerichteten Regierungspartei Likud von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu.

"Beziehung zu FPÖ wichtig"

Er habe die FPÖ vor seinem Treffen mit Strache in Israel Anfang Dezember nicht gekannt. "Ich habe aber in ihrem Programm nichts gefunden, das nicht koscher wäre." "Die Beziehung zwischen Israel und der FPÖ muss sich ändern, denn wir brauchen einander." Er habe die Knesset über seine Reise informiert, sagte Kara.

Mit dem israelischen Außenministerium müsse er sich dagegen nicht absprechen. Er gehe davon aus, dass Außenminister Avigdor Lieberman verstehen werde, dass die Beziehung zur FPÖ wichtig sei. Zuvor hatte die israelische Botschaft mitgeteilt, dass der Wien-Besuch von Kara weder mit dem israelischen Außenministerium noch mit der Botschaft abgestimmt worden sei.

Rücktrittsaufforderungen der IKG

Gefragt, ob er in Österreich auch weitere Politiker oder Regierungsvertreter treffen werde, meinte Kara, er treffe Personen, die wichtig für ihn seien, etwa Vertreter der jüdischen Gemeinschaft in Österreich. Zu den Rücktrittsforderungen der Israelitische Kultusgemeinde (IKG) meinte der Vizeminister: "Ich denke, ich mache, was gut ist für Israel. Ich bin gewählt worden."

Strache ergänzte, er habe auf seiner Israel-Reise Anfang des Monats mit Kara ein "freundschaftliches Gespräch" geführt. Nun sei man bemüht, die Beziehungen fortzusetzen. Europa und Österreich müssten Interesse zeigen, sich mit den Problemen in Nahost auseinanderzusetzen sowie an einer "friedlichen Entwicklung und Koexistenz" der Völker. "Die Situation in Nahost und Israel ist besonders sensibel. Wir dürfen nicht so tun, als ob die Problematik vor unserer Haustür haltmachen würde."

Strache will nach Beirut und Damaskus

Palästinenser und Israelis hätten ein Menschenrecht auf Heimat. "Beide Seiten müssen zu einer friedlichen Koexistenz finden." Er sei auch nach Beirut und Damaskus eingeladen worden und wolle dort sein Engagement fortsetzen, sagte Strache. Er könne nicht ausschließen, Vertreter der Hisbollah oder Hamas zu treffen, aber er werde die "freiheitlichen Ideale aufrechterhalten". Gegen Terrorismus müsse man "sehr deutlich dagegenhalten", so Strache. Dieser sei derzeit vor allem von Islamismus geprägt.

Die FPÖ habe sich laut Strache im Konflikt rund um die Gaza-Hilfsflotte "als einzige Partei klar gegen die Islamistische Humanitäre Hilfsgemeinschaft (IHH) zu Wort gemeldet." Israelische Elitesoldaten hatten im Mai bei der Erstürmung von internationalen Hilfsschiffen für Gaza im Mittelmeer mindestens neun Aktivisten getötet. Das aufgebrachte Schiff "Mavi Marmara" befand sich unter der Leitung islamischen Hilfsorganisation IHH. (APA)