Wien - Der Wiener Radwege-Koordinator Franz Blaha hat am Mittwoch als Reaktion auf die steigende Zahl an Pedalrittern in der Bundeshauptstadt einen zügigen Ausbau der Infrastruktur in Aussicht gestellt.

Rund 5,9 Mio. Euro stünden dafür heuer zur Verfügung, 2004 könnte das Zentralbudget noch steigen. Das Ziel, so Blaha: Der Anteil des Radverkehrs soll bis zum Jahr 2010 auf sechs bis acht Prozent angehoben werden.

Ring-Radweg

Für den Ring-Radweg, der am gestrigen Streiktag den Rekordwert von mehr als 11.000 Benutzern verkraften musste, versprach Blaha eine gewisse Entlastung durch die neue Innenstadt-Querung vom Schottentor zur Oper. Diese werde noch heuer fertig gestellt und bringe eine Zeitersparnis von eineinhalb Minuten. Bei der Oper sei jedenfalls nicht erst gestern klar geworden, dass die Ring-Route dort die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit erreicht habe: "Wenn sich die jetzigen Engpässe verstärken, müssen einschneidende Lösungen gefunden werden."

Die steigenden Radler-Zahlen in Wien würden jedenfalls zeigen, dass man am richtigen Weg sei, meinte der Experte. Wären die bestehenden Anlagen so schlecht, wie von Kritikern behauptet, hätte es wohl keinen Anstieg gegeben. Trotzdem verfolge er weiter das Ziel, den Bedarf abzudecken und weitere Angebote zu schaffen.

Öffnung der Einbahnen

Zur VCÖ-Forderung nach einer weiteren Öffnung der Einbahnen verwies Blaha darauf, dass dies nicht nur in Wien-Alsergrund, sondern auch schon in Floridsdorf flächendeckend geschehen sei. Im 22. Bezirk stünden entsprechende Verhandlungen bevor. Auch die geforderte Aufhebung der Radwege-Benützungspflicht sei schon lange eine Wunsch des Landes Wien. In anderen Bundesländern seien Bemühungen um eine entsprechende Änderung der Straßenverkehrsordnung aber nicht auf entsprechende Resonanz gestoßen. (APA)