Wien - Ist es die steigende Lebenserwartung, die der Vorstellung von einem gemeinsamen Leben bis zum Tod nicht gerade zusätzliche Attraktivität verleiht, oder der Umstand, dass 46 Prozent eines durchschnittlichen Heiratsjahrgangs vor ScheidungsrichterInnen enden? Tatsache ist jedenfalls, dass Herr und Frau ÖsterreicherIn zunehmend weniger Tendenzen zeigen, im Hafen der Ehe vor Anker zu gehen.

Hochzeiten im Mai

Hatten 1992 noch 45.211 Paare den Schritt ins gemeinsame Leben gewagt, waren es zehn Jahre später mit 36.306 um 19,7 Prozent weniger, so die Zahlen der Statistik Austria. Wer sich doch "traut", der tut dies wenigstens gerne im traditionellen Wonnemonat Mai: 2002 waren es 5.049 Hochzeiten, während ausgerechnet der von Regen und Hochwasser geprägte August mit 4.792 Platz Zwei vor dem Juni (4.688 Heiraten) einnahm. Nicht gerade überraschend, war den meisten im Jänner der Weg aufs Standesamt zu glatt.

Die Hälfte wird geschieden

Dass es genügend Gelegenheiten gibt, auch danach auf Abwege zur geraten, das beweist ein Blick in die Statistik: Exakt 45,97 Prozent aller gegenwärtig geschlossenen Ehen werden - wenn die Scheidungsraten gleich bleiben - vor RichterInnen enden. Wer in Wien wohnt, bei dem stehen die Chancen sogar mehrheitlich auf Scheitern (59 Prozent). Ob sich da ein Umzug ins "heilige Land" Tirol lohnt? Dort darf man zwar die niedrigste Scheidungsrate erwarten, doch auch diese hat es mit 37,3 Prozent in sich. (APA)