Für eine papierlose Verwaltung haben sich Österreichs Notare anlässlich der Fachtagung "government2003.com" am Freitag in Innsbruck erneut ausgesprochen. Durch den Einsatz elektronischer Mittel sollen Bürger schneller und näher zu ihrem Recht kommen, erklärte der Vizepräsident der Österreichischen Notariatskammer, Klaus Woschnak, bei einer Pressekonferenz. Er forderte eine entsprechende Offensive seitens der Bundesregierung. Ansprache "Die Zeit für e-government in Österreich ist reif", meinte Woschnak. Die Öffentliche Hand sei auf Grund der knappen Budgets gezwungen, Maßnahmen zu setzen: "Österreich hat sich bisher als Vorreiter im e-government profiliert und muss jetzt rasch die noch fehlenden Grundlagen schaffen". Investitionen in Hard- und Software und in die Sicherheit seien daher notwendig. Service "In Zukunft müssen nicht die Bürger zu den Behörden laufen, sondern die Akten kommen zu den Bürgern". Dabei soll auf die Individualität der Bürger Rücksicht genommen werden: "Damit eine Chancengleichheit im Internet besteht, braucht es zwischen Staat, Verwaltung und Bürgern einen Mittler", sagte Woschnak und verwies damit auf die Tätigkeit der Notare. Teile Ein "idealer Baustein für e-government-Lösungen" sei das elektronische Urkundenarchiv. Darin sind alle ab dem Jahr 2000 verfassten notariellen Dokumente gespeichert und in Sekundenschnelle abrufbar. Als weiteres Beispiel nannte Woschnak die elektronische Abgabenerklärungen an das Finanzamt, deren Einführung ab Anfang Juli geplant sei. Einsparungen bei Arbeitsabläufen und bei den Kosten seien durch e-government möglich. "Der Klient soll aber weiterhin die Wahl haben, ob er mit einer Diskette oder mit einem Papier vom Notar weggeht", erklärte Woschnak. (APA)