Wien - Sie nennen es "Sanierung". Es geht um jene Hainbuchen, die im Zentrum des Schönbrunner Schlossparks das Blumenparterre säumen. Aber vermutlich nicht mehr lange - denn sie sind in die Jahre gekommen; die Hecken leiden unter Altersschwäche, die Risse in der barocken Baumwand können kaum noch kaschiert werden.

Lücken durch Neupflanzungen

Auch die Versuche der Bundesgärten, diese Lücken durch Neupflanzungen zu füllen, erwiesen sich als wenig erfolgreich. Daher lautet der jüngste Plan: eine Neupflanzung. Und die kann entweder auf einmal oder in Etappen durchgeführt werden. Beides wird den klassischen Blick vom Schloss zur Gloriette (und umgekehrt) auf Jahre beeinträchtigen.

600 Hainbuchen und 400 Hainbuchensträucher

Es gilt jedenfalls, 600 Hainbuchen und 400 Hainbuchensträucher zu fällen und neu zu pflanzen. Welche Methode gewählt wird, ist auch nach einer zweitägigen "Heckentagung" noch offen, zu der Bundesgärten, Schlossgesellschaft und Bundesdenkmalamt geladen hatten.

Bundesgärten-Direktor Peter Fischer-Colbrie favorisiert eine Einmal-Aktion in diesem Herbst: Denn aus gärtnerischer Sicht ist der November der einzig sinnvolle Monat, um Hainbuchen zu pflanzen.

Die Vorbereitungen laufen jedenfalls: Im Augarten wurden bereits 800 Hainbuchen vorgezogen, die inzwischen fünf Meter hoch sind. Wird die Erneuerung auf einmal durchgezogen, wird gleichzeitig der Erdaufbau erneuert und eine Bewässerungsanlage installiert.

Die Unesco prüft

Vorerst aber gilt es noch abzuwarten: Denn Schloss und Schlosspark sind Welterbe, und also soll die Unesco noch bis Juli abschließende Untersuchungen durchführen - und dann entscheiden.

Außerdem fehlt die Zustimmung vom Schloss-Geschäftsführer Franz Sattlecker, der vor der Aktion die Logistikfrage vollkommen geklärt haben will: Schließlich sei es keine Kleinigkeit, binnen eines Monats 1000 Bäume und Sträucher samt Erde zu erneuern.

Sattlecker: "Natürlich sehen wir ein: An der Neupflanzung dürfte kein Weg mehr vorbeiführen." Aber es müsse gesichert sein, "dass Flair und Erholungswert nicht durch eine permanente Gartenbaustelle beeinträchtigt werden".

Baumschützer

Die Arbeiten, die Baumschützer erregen werden, bieten aber auch eine denkmalpflegerische Chance: Laut Geza Hajós, Leiter der Abteilung Historische Gärten im Bundesdenkmalamt, wurde "in der Vergangenheit einfach vor eine alte Hecke eine neue hingepflanzt". Jetzt könnten das Blumenparterre wieder vergrößert und die überwachsenen Statuen freigelegt werden. (Roman Freihsl, DER STANDARD Printausgabe 10/11.5.2003)