Warschau - Nach dem Beschluss der polnischen Regierung hat auch das Unterhaus vier Wochen vor der Volksabstimmung über den EU-Beitritt Polens eine Änderung des Wahlgesetzes verabschiedet. Damit wird der Wahlkommission erlaubt, die Wahlbeteiligung am Ende des ersten Tages des Referendums bekanntzugeben. Warschau erwartet sich dadurch eine stärkere Mobilisierung der Bürger beim zweitägigen Volksentscheid am 7. und 8. Juni. Eine Beteiligung von 50 Prozent der Wahlberechtigten ist nötig, damit das Ergebnis gültig ist.

Jüngsten Umfragen nach unterstützen 72 Prozent der Polen den Beitritt ihres Landes zur EU, 16 Prozent sind dagegen. Unterdessen signalisierte die einflussreiche polnische Bauernpartei (PSL) ihre Unterstützung für den EU-Beitritt. Trotz "gewisser Risiken" eröffne dieser eine Entwicklungsperspektive für Polen, sagte ihr Vorsitzender, der ehemalige Vize-Regierungschef Jaroslaw Kalinowski. Am Anfang werde es Probleme mit der Konkurrenz geben, auf die polnische Unternehmen noch nicht vorbereitet seien. Zudem bestehe die Gefahr einer höheren Arbeitslosigkeit, sagte Kalinowski. Derzeit beträgt die Arbeitslosenrate 17,7 Prozent.

Am Freitag hatte auch der größte polnische Bauernverband seine 1,5 Millionen Mitglieder aufgerufen, bei dem Referendum mit "Ja" zu stimmen. Die meisten Bauern lehnen den EU-Beitritt ihres Landes ab. Jeder Fünfte Pole arbeitet in der Landwirtschaft.(APA/AP)