Wien - Nach dem Diebstahl der "Saliera" von Benvenuto Cellini aus dem Kunsthistorischen Museum Wien (KHM) in der Nacht zum vergangenen Sonntag meldeten sich heute Kultursprecher der Parteien in Presseaussendungen zu Wort. Christine Muttonen (S) sprach von "grober Fahrlässigkeit", die "nicht entschuldbar" sei. "Dass die Diebe über ein Baugerüst einsteigen konnten, ist fast nicht zu glauben." Von Bundesministerin Elisabeth Gehrer (V) forderte sie eine Prüfung der Museen und Schulungen für das Wachpersonal.

FPÖ: "Es ist eine Schande"

Der FPÖ-Kultursprecher Eduard Mainoni betonte, dass der Diebstahl nicht ohne Konsequenzen für KHM-Direktor Wilfried Seipel bleiben dürfe: "Das ist der größte und dreisteste Kunstraub in der Zweiten Republik." Seipel solle sich ernsthaft fragen, ob er seinem Amt gewachsen sei. "Es ist eine Schande, wenn Direktor Seipel von der Peinlichkeit des Diebstahls mit dem Verweis auf die Versicherung des Kunstwerkes ablenkt", kritisierte auch die Kultursprecherin der Wiener FPÖ Heidemarie Unterreiner. Schließlich handle es sich bei den Exponaten im KHM um "das kulturelle Erbe Österreichs". Der Imageschaden für Österreich sei nicht abschätzbar.

Grüne: Führten finanziellen Engpässe zu falschen Prioritäten?

Eva Glawischnig, Kultursprecherin der Grünen, will überprüft wissen, "ob die vor allem vom Direktor des KHM betriebene Ausgliederung des Museen und die damit verbundenen finanziellen Engpässe nicht zu einer falschen Prioritätensetzung zu Lasten der Sicherheit geführt habe." Die Sicherheitsvorkehrungen in den Museen sollen ihrer Meinung nach zum Gegenstand einer Debatte gemacht werden, und Ministerin Gehrer solle einen "präzisen Bericht" abliefern. (APA)