Der nationale Rundfunk muss sich von FM4 trennen. Die Ausschreibungsfrist endete am 28. Februar 2011, also vergangenen Montag. Die besten Aussichten auf die Lizenz sollen ein großes Verlagshaus und eine Werbeagentur haben. Das berichtet ein Mediendienst - über den dänischen Radiosender FM4.

In Österreich stehen eher private Radiolizenzen nach zehn Jahren zur Neuvergabe an. Die Medienbehörde wartete ab, ob die eine oder andere davon in eine neue bundesweite Radiolizenz eingebracht wird. Doch diese Frist lief Freitag ohne Bewerbung ab.

Bis Anfang April will die Medienbehörde über Verlängerung oder Neuvergabe von 16 Radiolizenzen entscheiden, in Wien etwa jene von 88.6 und Antenne Wien. Für viele gibt es nur einen Bewerber. Doch könnte das Verfahren etwa zur Antenne Wien noch spannend werden: Die Mediengruppe Österreich der Familie Fellner reichte den Großteil der Antenne-Anteile wie berichtet an die Stiftung eines Steuerberaters weiter, der versicherte, er trete nicht als Treuhänder auf. Nur eine Minderheit hält Wolfgang Fellners Sohn Niki. Der Bundeskommunikationssenat bestätigte in früheren Verfahren die Ablehnung eines Lizenzwerbers, weil sich die Eigentümer maßgeblich geändert hatten. Zwei weitere Interessenten haben sich um die Wiener Lizenz 102,5 nach STANDARD-Infos beworben, die Chancen auf Verlängerung dürften aber nicht so schlecht stehen.

Definitiv neu zu vergeben ist die Kärntner Lizenz von Radio Harmonie - wenn den Betreibern nicht noch der Verwaltungsgerichtshof zuhilfe eilt. Der Bundeskommunikationssenat entschied wie berichtet, das Verfahren sei wieder aufzunehmen. Im Finale waren außer Harmonie, das laut Senat eine Kaufoption der Styria für die Muttergesellschaft der Lizenzinhaber verschwiegen hat, waren Radio Arabella und Welle Salzburg im Finale. Auch ein Oldiesender der Krone, aber die ist dort ja schon mit Kronehit präsent. (fid, DER STANDARD; Printausgabe, 3.3.2011)