Ein am Wochenende im "Journal of Cosmology" online publizierter Artikel wird nun heiß diskutiert. Demnach hat der Astrobiologe Richard Hoover, der für die US-Weltraumbehörde NASA tätig ist, in drei Meteoriten fossilierte Überreste gefunden, die nicht von der Erde stammen sollen. Vielmehr sollen es fossilierte Überreste von lebenden Organismen sein, die einst auf den Mutterkörpern der Meteoriten - Kometen, Monde oder andere kosmische Objekte - gelebt haben sollen. Im US-Magazin wurden Bilder veröffentlicht, auf denen wurmähnliche kleine Gebilde zu sehen sind.

Der Forscher hatte Fragmente verschiedener Meteoriten, die Wasser und organische Materien einschließen können, in Scheiben geschnitten und diese unter dem Mikroskop untersucht. Den Angaben zufolge ähneln die gefundenen Mikrofossilien Cyanobakterien (Blaualgen). Die mikroskopischen Strukturen enthielten viel Kohlenstoff und fast keinen Stickstoff. 

In einem Begleitkommentar betonte Chefredakteur Rudy Schild vom Harvard Smithsonian Center for Astrophysics, dass Hoover ein angesehener Forscher sei. Ob der kontroversiellen Natur der Entdeckung seien aber 100 Experten direkt und über 5.000 Forscher der wissenschaftlichen Gemeinde generell eingeladen worden, die Veröffentlichung kritisch zu analysieren. Die bisherigen Expertenreaktionen fielen einhellig skeptisch aus. (red)