Peking - Aus Angst vor Protesten am dritten Jahrestag der blutigen Unruhen in Tibet haben die chinesischen Behörden die Provinz für ausländische Besucher geschlossen. "Die Tourismusbehörde vergibt an Ausländer im März keine Besuchsgenehmigung für Tibet", erklärte am Montag ein Mitarbeiter der Xizang Reiseagentur in der tibetischen Hauptstadt Lhasa. Ob Touristen im April wieder in die Provinz reisen dürfen, sei noch unklar. Mehrere andere Reiseagenturen bestätigten, dass ein Besuch im März nicht erlaubt sei.

China schränkt regelmäßig den Zugang zu der Gebirgsregion ein, die 1951 gewaltsam in die Volksrepublik eingegliedert wurde. Besucher der Provinz im Südwesten des Landes benötigen neben dem regulären chinesischen Visum eine spezielle Genehmigung. Zudem dürfen sie sich nur in organisierten Gruppen unter Aufsicht eines Reiseleiters bewegen.

Nachdem am 14. März 2008 in Tibet Proteste gegen die Regierung blutig niedergeschlagen worden waren, wurde die Provinz mehr als ein Jahr für Ausländer gesperrt. Die Unruhen waren um den Jahrestag des gescheiterten Aufstands der Tibeter gegen China vor 52 Jahren (10. März 1959) entbrannt. (APA)