Salzburg - Der Rechtsextremismus gibt sich gerne antikapitalistisch. Unter dem Schlagwort "Kapitalismus tötet" teilt die vor allem in Oberösterreich aktive Nationale Volkspartei (NVP) ihren Sympathisanten mit, dass das NVP-Konto bei der Oberbank vom Geldinstitut gekündigt worden sei, "weil die Ziele der Oberbank und die der NVP" nicht übereinstimmten.

Man sei stolz darauf, dass die Ziele einer völkischen Partei und einer kapitalistischen Bank nicht die gleichen seien, kommentiert die NVP den Rauswurf auf ihrer Homepage.

"Wollen mit denen nichts zu haben"

Vonseiten der Oberbank wird die Kündigung der Geschäftsbeziehung mit der rechtsextremen Gruppe bestätigt. "Wir wollen mit denen nicht das Geringste zu tun haben", sagt ein Bankensprecher auf Anfrage des STANDARD. Es wäre schon peinlich genug für sein Institut, dass eine junge, unerfahrene Mitarbeiterin das Konto überhaupt eröffnet habe. Bei welcher Filiale die NVP zumindest für einige Monate ihre Geschäfte abwickelte, will man bei der Oberbank nicht bekanntgeben.

Die Bankverbindung wäre sofort, nachdem einem aufmerksamen Mitarbeiter das NVP-Konto aufgefallen war, zum Jahreswechsel gekündigt worden. Die kürzeste Frist betrage zwei Monate.

Rechtsextreme ohne Bankkonto

Somit steht die NVP seit Anfang März ohne Konto da. Die Kontodaten sind auf der Internetseite durchgestrichen.

Neben der Möglichkeit, bar zu zahlen, steht der NVP derzeit zur Akquisition von Spenden nur die Online-Zahlung über Kredit- und EC-Karten per PayPal zur Verfügung. Bis Redaktionsschluss war von PayPal keine Stellungnahme zu erhalten. (Thomas Neuhold, STANDARD-Printausgabe, 8.3.2011)