München - BMW hat im vergangenen Jahr besser verdient als jemals zuvor und beinahe so viele Fahrzeuge verkauft wie im absatzmäßig bisher besten Jahr 2007. Die Bilanzpressekonferenz in München sollte zwei Jahre nach dem Tiefpunkt der Wirtschaftskrise im Zeichen eines ungebrochenen Wachstumsoptimismus stehen, die Erdbebenkatastrophe in Japan und die Ungewissheit über die konjunkturellen Folgen warfen aber ihre Schatten über die Jahresbilanz.

BMW-Chef Norbert Reithofer kündigte zu Beginn der Pressekonferenz finanzielle Hilfen durch BMW in noch nicht genannter Höhe an: "Niemand weiß, wie sich es dort weitergeht, wir beobachten die Lage in Japan und auch anderen asiatischen Nationen, um jederzeit Maßnahmen ergreifen zu können." BMW habe einen Krisenstab eingerichtet.

Der Autokonzern hat die meisten deutschen seiner insgesamt 700 Mitarbeiter in Japan nach Hause geholt und den Beschäftigten im Großraum Tokio Hilfe angeboten, "sich im Süden des Landes in Sicherheit zu bringen."

BMW ist seit 30 Jahren mit einer Vertriebsniederlassung in Japan vertreten. Der bayerische Autobauer hat 2010 44.000 Autos oder drei Prozent seines Ausstoßes nach Japan verkauft. China ist mittlerweile bereits der drittgrößte Markt für BMW.

Kräftiger Aufwärtstrend

BMW hat mit weltweit 95.000 Mitarbeitern im vergangenen Jahr seinen Umsatz um 19,3 Prozent auf 60,5 Mrd. Euro gesteigert und das Konzernergebnis auf 3,2 Mrd. Euro vervielfacht. Das operative Ergebnis belief sich bei den Autos auf 4,4 Mrd. Euro, die sogenannte Ebit-Marge (Ergebnis vor Steuern und Zinsen/Umsatz) betrug 8 Prozent. Dieser Wert soll heuer zumindest eingestellt bzw. auf 10 Prozent gesteigert werde, sagte Reithofer. Die Dividende für 2010 soll auf 1,30 (0,30) Euro pro Stammaktie angehoben werden.

Für heuer haben sich die Münchner vorgenommen, deutlich mehr als 1,5 Millionen Autos zu verkaufen, bei allen drei Konzernmarken (BMW, Mini, Rolls Royce) sollen neue Absatzrekorde erzielt werden. 2010 hat der Gesamtkonzern 1,46 Millionen Autos und 110.000 Motorräder verkauft.

Reithofer und Finanzvorstand Friedrich Eichinger erwähnten, dass der Konzern in Zukunft mit schnellen Veränderungen in den Märkten rechne: "Der Umgang mit Volatilität wird für uns zum ständigen Begleiter", sagte Reithofer.

Inhaltlich standen die technologischen Vorhaben im Zentrum der diesjährigen Bilanzpressekonferenz. So arbeitet BMW an zwei Elektroautos, dem i3 und dem größeren i8, die ganz oder zum Teil auf Elektroantrieb und Leichtbauweise (Karosserie aus Karbon) setzen werden. (APA)