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Rapid-Fans machen es seit 1919. In Bern kennt man die YB-Viertelstunde schon seit 1910.

Foto: APA/HERBERT P. OCZERET

Wien - Nicht nur jedem Rapid-Fan ist sie ein Begriff, die legendäre Rapid-Viertelstunde. Egal ob Heim- oder Auswärtsmatch, die Anhänger der Hütteldorfer praktizieren dieses aus rhythmischem Klatschen bestehende Ritual stets pünktlich 15 Minuten vor Spielende mit beachtenswerter Beständigkeit. Schließlich soll das Team noch einmal die letzten Reserven mobilisieren und die Zuschauerschaft mit einem finalen Offensiv-Furioso beglücken.

Am Mittwoch beriet ein Fachbeirat der Nationalagentur für das Immaterielle Kulturerbe, bestehend aus Vertretern der Bundesministerien, der Landeskulturabteilungen der Bundesländer und zehn Experten, über den Antrag , die Rapid-Viertelstunde als "Immateriellen Kulturerbe" Österreichs zu ernennen. Ob es geklappt hat, wird aber erst am 22. März in einer Pressekonferenz bekannt gegeben.

Praktiziert wird das spezielle Geklatsche von Rapidfans seit dem Jahr 1919, zur festen Tradition wurde es aber erst im Jahr 1921. Damals schlug Rapid den WAC nach 1:5-Rückstand noch mit 7:5, allein in den letzten 15 Minuten fielen vier Treffer. Siebenfacher (!) Torschütze damals: Josef Uridil.

Noch älter ist allerdings die YB-Viertelstunde der Young Boys Bern - sie wurde im Jahr 1910 das erste Mal urkundlich erwähnt. Seitdem wird der Beginn der Schlussviertelstunde auch bei den Eidgenossen zelebriert. Einen Eintrag als Kulturerbe hat man aber in der Schweiz noch nicht in Erwägung gezogen. (hon)