Die internationalen Aktienmärkte haben - weiter dominiert von den Ereignissen in Japan und Libyen - wieder einmal eine turbulente Woche hinter sich. Seit die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt von Erdbeben und einem Tsunami verwüstet wurde, hat der FTSE ALL-WORLD EQUITY INDEX 1,9 Prozent verloren. In Japan scheint es so, als ob die Probleme bei der Fukushima Atomanlage in Kürze bewältigt werden könnten. Auf internationaler Ebene hat sich das Triumvirat aus Großbritannien, den USA und Frankreich am Samstag dazu entschlossen, Muammar al-Gaddafi mit der Operation "Odyssey Dawn" in die Schranken zu weisen. Die Vorzeichen für die kommende Handelswoche sind somit deutlich positiver als noch zuletzt.

Wie Daten von Lipper zeigen, haben Investoren in der vergangenen Woche (Mittwoch bis Mittwoch) im großen Stil ETFs gekauft, die in japanische Aktien investieren. Von den USD 956 Mio. Mittelzuflüssen gingen alleine USD 861 Mio. in den ISHARES MSCI JAPAN INDEX FUND.

Ist unser positiver Ausblick für die Aktienmärkte und für das globale Wachstum in 2011 durch die Ereignisse in Japan in Gefahr?

Nein. Unser wichtigstes Argument an dieser Stelle lautet, dass Japan nicht mehr den Einfluss auf die Weltwirtschaft hat, wie noch vor 20 Jahren. Die japanische Wirtschaft hat etwa 9 Prozent Anteil am globalen BIP; 1994 waren es noch 18 Prozent. Der abgeschlossene japanische Markt bedeutet für die Unternehmen außerhalb Japans, dass Ereignisse innerhalb Japans keinen großen (nachhaltigen) Einfluss auf die Profite und die Aktienmärkte anderswo haben.

Japan ist ein wichtiger Teil der weltweiten Wertschöpfungskette und ein wichtiger Handelspartner für die USA und China. Jedoch ist Japan weniger ein Lieferant von Bauteilen, sondern vielmehr eine Exportmacht bei Fertigerzeugnissen. Die steigenden Energiepreise - allen voran der Rohölpreis - sind eine viel größere Gefahr für das Weltwirtschaftswachstum. Wir haben zwar aufgrund der aktuellen Ereignisse unser Kursziel für den NIKKEI 225 etwas nach unten revidiert, sehen aber bei einem 12-Monats-Kusziel des NIKKEI 225 von 12.200 Punkten weiterhin deutliches Potential.

Der Abverkauf in den vergangenen Wochen deutet darauf hin, dass der Markt besorgt ist über das Wachstum: Aktienkurse sind gesunken, zyklische Titel haben sich unterdurchschnittlich entwickelt, der Kupferpreis ist wieder gesunken etc. Das Konsens KGV-Niveau in Europa liegt mit etwa 10,1x wieder auf dem Niveau vom April 2009. Wir können derzeit keine Trendumkehr für unser positives Szenario für Aktien erkennen und hoffen, dass die Turbulenzen in Nordafrika und Japan bald ihr Ende finden. In unserem an der deutschen Fondsbörse gehandelten Fonds Minerva Global Investments sind wir daher auch wieder voll investiert.