Wien - Der 11. Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und Exil wird 2011 an Ruth Klüger verliehen. Die Autorin habe es verstanden "für viele Menschen die Mauer zwischen ihnen und der sogenannten Vergangenheit niederzureißen", so die Begründung der Jury. Der mit 7.300 Euro dotierte Preis wird am 20. Mai im Unabhängigen Literaturhaus Niederösterreich in Krems übergeben.

Ruth Klüger, geboren am 6. Oktober 1933 in Wien, wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert, 1944 nach Auschwitz. Der Selektion entging sie, indem sie sich als bereits 15-Jährige ausgab und wurde kurz darauf nach Christianstadt zur Schwerarbeit überstellt. Bereits im KZ begann sie, Gedichte zu schreiben. Während der Evakuierung der Lager 1945 gelang ihr die Flucht. Nach der Emigration nach New York 1947 studierte Klüger Germanistik in Berkeley und unterrichtete später an verschiedenen US-Universitäten. Mitte der 70er Jahre wandte sie sich verstärkt feministischen Themen zu. Mit ihrem Erinnerungsband "weiter leben" verfasste sie 1989 einen preisgekrönten Bestseller.

"Die Energie Ihrer vorwärtsdrängenden Sprache, die Kunst behutsamen Erzählens und Erwägens - ohne dadurch die notwendige Stellungnahme zu verabsäumen - rufen unsere Bewunderung hervor. In Ihrem Werk verschmelzen kritische Pointierung und hermeneutische Einfühlung zu seltener Einheit", würdigt die Theodor-Kramer-Jury die Autorin.

Die 1984 gegründete Theodor Kramer Gesellschaft vergibt seit 2001 alljährlich einen Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil. Es werden sowohl die literarische Qualität als auch die Haltung und das Schicksal der Preisträgerin oder des Preisträgers gewürdigt. (APA)