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Die blaue Opposition fordert nach Hundekotkugel Simas Rücktritt.

APA-FOTO: MA48

Schneekugeln gehören zu den beliebtesten Wien-Souvenirs. Sie sind nun auch auf den Plakaten einer neuen Stadt-Kampagne zu sehen, wenn auch mit ungewöhnlichem Inhalt: Hundekot, Zigarettenstummel und Sperrmüll. Umweltstadträtin Ulli Sima will damit die Wiener Bevölkerung ermahnen, Hundstrümmerl oder Abfall nicht auf den Straßen, Gehsteigen und Wiesen zu hinterlassen. Gerade im Frühjahr sei ein solcher Appell wichtig, wie sie am Mittwoch in einer Pressekonferenz betonte.

"Man muss sich wieder an die Sauberkeitsspielregeln halten", erklärte Sima. Nachdrücklich erinnert wird an diese auf 700 großen Plakaten, 200 Citylights sowie auf Infoscreens und in Inseraten. Neben dem Klassiker-Thema Hundstrümmerl und der Sperrmüllproblematik wird in der diesjährigen Kampagne verstärkt darauf hingewiesen, dass auch das Wegwerfen von Zigarettenstummeln Geld kosten kann.

All jenen, die den Rest ihres Tschicks nicht ordnungsgemäß entsorgen, droht ein Organstrafmandat in der Höhe von 36 Euro. Ordnungsgemäß heißt: im Mistkübel oder in einem der von der Stadt montierten Aschenrohre. Die Wegwerfgelegenheiten werden offenbar bereits gut angenommen. Laut Sima landen jährlich fast 20 Mio. Stück Zigarettenstummel in diesen Behältnissen.

Hundebesitzer werden immer braver

Auch die Hundebesitzer werden, so wurde versichert, immer braver. Täglich werden laut einer Rathaus-Statistik 47.200 gefüllte Hundekotsackerl in Wiens Papierkörben deponiert. Ressortchefin Sima macht dafür auch die inzwischen berühmten Wiesenstecker verantwortlich, von denen demnächst wieder rund 10.000 in der ganzen Stadt verteilt werden. Auch sie machen Hundebesitzer auf die bestehende "Gackerl"-Strafdrohung aufmerksam. "Sind dir 36 Euro wurst?", ist darauf zu lesen.

Zur Vorbereitung der Kampagne wurden bereits erste Plakate affichiert. Sie sollen, wie zumindest einigen Medienberichten zu entnehmen war, wegen des ungewöhnlichen Schneekugel-Motivs bereits für Diskussionen gesorgt haben. Wenig Freude mit dem diesjährigen Sauberkeitsappell hat jedenfalls die Wiener Opposition: FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sprach von einer "ausnehmend dümmlichen Werbekampagne". Er forderte am Mittwoch sogar den Rücktritt Simas.

Über eine "sinnleere Provokation" ärgerte sich ÖVP-Landesgeschäftsführer Alfred Hoch. Die Kampagne koste 128.000 Euro - Geld, das im Stadtgartenamt, wo man sich täglich um die Sauberkeit kümmere, besser aufgehoben wäre, befand er in einer Aussendung. (APA)