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Die Arbeiterkammer Vorarlberg (AK) will mehrere Handy-Netzbetreiber wegen Sachwuchers und Nötigung bei der Staatsanwaltschaft anzeigen. Zivilrechtlich werde eine Klage wegen Sittenwidrigkeit angestrebt, erklärte AK-Präsident Hubert Hämmerle am Mittwoch in einer Aussendung. Hintergrund sind mehrere Handy-Rechnungen über vier- und fünfstellige Beträge, mit denen Konsumenten bei der AK vorstellig wurden.

Missbrauchsrisiko

Hämmerle: "Was die Menschen vor allem erzürnt, ist die Intransparenz der Abrechnungen, die Unverhältnismäßigkeit der Kosten bei der Überschreitung von vertraglich vereinbarten Guthaben sowie der Umstand, dass so gut wie jedes Missbrauchsrisiko auf den Kunden abgewälzt wird." Man müsse die Menschen vor existenzbedrohenden Kostenfallen schützen.

Pflicht

Er nahm aber auch die Politik - namentlich Konsumentenschutzminister Rudolf Hundstorfer und die für Telekommunikation zuständige Ministerin Doris Bures  - noch einmal in die Pflicht. Er verwies wie bereits vor wenigen Tagen auf im Aktionsplan Konsumentenschutz 2010-2013 vorgesehene Maßnahmen, die endlich umgesetzt werden müssten.

25.000 Euro

Zuletzt sollte ein Skilehrer knapp 25.000 Euro bezahlen, weil er in einem Monat 7,58 Gigabyte an Datenvolumen verbraucht haben soll. Der Netzbetreiber verzichtete aber schließlich auf die Rechnungs-Begleichung. Schon zuvor waren in Vorarlberg  mehrere Handy-Rechnungen über Beträge von über 10.000 Euro aufgetaucht. (APA)

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