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EU will Freihandelsabkommen mit Japan.

Foto: Arne Dedert / DPA

Die EU will Japan nach der Erdbebenkatastrophe mit Handelserleichterungen unterstützen. Europa könne Japan bei dem geplanten gemeinsamen Gipfel im Mai "den möglichen Beginn von Verhandlungen über eine Freihandelsvereinbarung anbieten", hieß es in der Schlusserklärung des EU-Gipfels in Brüssel.

Das Zugeständnis geht weiter als angebotene Erleichterungen für Pakistan nach der verheerenden Flutkatastrophe im vergangenen Jahr. Voraussetzung für die EU ist allerdings, dass Japan bereit ist, über den Abbau von Handelshindernissen zwischen beiden Seiten und Erleichterungen bei der Vergabe öffentlicher Aufträge zu reden. 

Österreich könnte damit seine zuletzt stark steigenden Exporte nach Japan weiter ausbauen. 2010 stiegen die Ausfuhren nach Nippon um 32,6 Prozent auf eine Milliarde Euro, was den Inselstaat nach China zum zweitwichtigsten Handelspartner in Asien machte. An die 70 Unternehmen haben in Japan eigene Niederlassungen, darunter Swarovski, Red Bull, Plansee, Plasser & Theurer, AVL und Riedel-Gläser.

Erdbeben könnte Japan 218 Milliarden Euro kosten

Nach Schätzung der japanischen Regierung dürften die Zerstörungen durch das Erdbeben und den Tsunami bis zu 25 Billionen Yen (218 Milliarden Euro) kosten. Die immense Schadenssumme wird demnach das Wachstum der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt um etwa einen halben Prozentpunkt drücken.

Japan hatte schon vor der Katastrophe im vergangenen Oktober Interesse an einem Freihandelsabkommen mit Europa nach dem Vorbild der EU-Vereinbarung mit Südkorea gezeigt. Dabei waren beide Seiten vergangenes Jahr übereingekommen, binnen fünf Jahren 98 Prozent der Schutzzölle und sonstigen Handelshemmnisse zu beseitigen. (APA/red)