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Die Zahl 24 – nach dem Datum heißt die neue Bewegung in Jordanien.

Foto: Reuters/Hamed

Amman/Wien - Auch Jordanien hat nun eine jugendliche Protestbewegung nach tunesisch-ägyptischem Vorbild, sie nennt sich nach dem Donnerstag, an dem sie erstmals organisiert in Erscheinung trat, "24. März" . Hunderte demonstrierten am Donnerstag vor dem Innenministerium in Amman - am Abend wurden die friedlichen Demonstranten jedoch am Nasser-Platz, wo sie sich in Zelten niedergelassen hatten, von Regierungsanhängern angegriffen, dreißig Demonstranten, die sich laut Augenzeugen nicht zur Wehr setzten, wurden verletzt. Die Sicherheitskräfte blieben passiv.

Der Forderungskatalog der Bewegung beinhaltet: gewählte Regierung, gewählten Senat, ein neues Wahlgesetz, Ende der Polizei-Repression, Wirtschaftsreformen.

An den Demonstrationen nahmen auch islamistische und linke Gruppierungen teil, dennoch werden die Proteste mit der Bewegung "24. März" auf eine neue Basis gestellt. König Abdullah wird nicht direkt angegriffen, aber aufgefordert, seine Versprechungen wahrzumachen: Zitiert wurde etwa sein Versprechen, keine Korrupten in der Regierung zu dulden.

Der König selbst hat sich in einem Brief an seinen neuen Premierminister Maruf Bakhit gewandt und ihn aufgefordert, die Reformen zu beschleunigen. Der konservative Bakhit wurde ernannt, um die ebenfalls unzufriedenen jordanischen Stämme zu beruhigen. Sie haben ihre Angriffe auf Abdullah unter anderem als Kritik an Königin Rania, einer Palästinenserin, formuliert. Ihr wird Bereicherung an jordanischem Staatseigentum vorgeworfen. (Gudrun Harrer/DER STANDARD, Printausgabe, 26.3.2011)