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Der Sprinter Oscar Pistorius will sich mit der ganzen Welt messen.

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Hugh Herr ist ein modebewusster Mann, er achtet auf seine Frisur und die Garderobe und hat für diesen Termin extra ein smart geschnittenes Hemd ausgewählt und eine dünne Krawatte umgebunden. Die Hosenbeine hat der US-Wissenschafter ein wenig aufgerollt, so wie man es gerade auch in den Innenstädten von London, Berlin und New York trägt. Die Hochwasserhose ist für Hugh Herr allerdings kein Modestatement - obwohl, ein Statement ist es natürlich schon. Aus den Hosenbeinen ragen keine dünnen und blassen Waden, oder zwei Socken in unterschiedlichen Farben, wie man es von einem Forscher erwarten würde, der am Medialab des Massachusetts Institute of Technology (MIT) arbeitet, der Weltzentrale der Geeks und Nerds, sondern zwei dünne Aluminiumstangen, Titanschrauben und ein paar Kabel. Hugh Herr, 46 Jahre alt, versteckt die Abwesenheit seiner Beine nicht hinter Stoff und Latex, er hat kein Problem, wenn wir die Metallprothesen sehen, nein, er will sogar, dass wir genau hinschauen.

Der Biophysiker leitet die Biomechatronik-Abteilung am Medialab des MIT und forscht dort an der perfekten Prothese und der Fusion von Technologie und Biologie. Das Ergebnis seiner Arbeit hat er sich heute Morgen ans Knie geschraubt, den "PowerFoot BiOM", der, so erklärt es die Werbebroschüre, "erste bionische Bein-System, das die verlorene Muskelfunktion so ersetzt, wie es von der Natur vorgesehen war". Der silbern glänzende PowerFoot sieht so aus wie ein Teil des Kostüms, das Robert Downey Jr. in Iron Man trägt, ist mit Gyroskopen, Computerchips und Elektromotoren vollgestopft und soll beinamputierten Patienten, wie Herr sagt, "ein nie gekanntes Gefühl von Agilität und Balancegefühl" verleihen. Herr spricht allerdings nicht von Patienten, sondern von Nutzern, der PowerFoot sei auch keine Prothese, ein Ersatz für ein verlorenes Körperglied, sondern ein Enabler, ein Werkzeug, mit dem man bislang unerhörte Dinge tun kann.

Das Roboter-Bein befindet sich nicht länger im Stadium der Spekulation oder Grundlagenforschung, sondern ist bereit für die Massenproduktion. Bislang hatte Herrs Firma "IWalk" nur einen ausgewählten Kundenkreis ausgestattet, zu dem auch viele US-Veteranen gehören. 2011 soll der PowerFoot auf den breiten Markt kommen. "IWalk" ist weltweit eine der wenigen Firmen, die bereits "intelligente Prothesen" anbieten. "Es ist ein Milliarden-Markt", meint Herr, der bereits 2007 das computergesteuerte Kunstknie "Rheo" herausgebracht und damit einen Marktanteil von 20 Prozent erreicht hat. Der doppelt Amputierte kennt die Medizin- und Rehabilitationsindustrie aus eigener Erfahrung, und spürt genau, dass dies ein "goldener Moment" für seine Branche ist: Nicht nur macht die Computer- und Batterietechnologie rasante Fortschritte, aus dem Irak und Afghanistan kehren auch zehntausende US-Soldaten zurück, denen im Irak oder in Afghanistan ein Arm oder die Beine weggebombt wurden, die Nachfrage auf dem Prothesenmarkt ist, auch wenn das jetzt zynisch klingt, auf Jahre gesichert, und Verteidigungsministerium und Veteranenbehörde überschwemmen Labore und Universitäten mit Forschungsgeldern. Wann, wenn nicht jetzt, mag sich Hugh Herr denken, wer, wenn nicht ich?

"In zehn Jahren", sagt er, und schlägt schwungvoll die silbernen Unterschenkel übereinander, "werden diese künstlichen Gliedmaßen ganz normaler Teil des Straßenalltags sein." In zehn Jahren will er auf dem Weltmarkt mitmischen.

Der Biomechatronik-Professor ist nicht nur Wissenschafter, sondern auch seine eigene Werbefigur. Überall, wo er auftaucht und seine Beine zeigt, wenn er die Treppe hochtrippelt oder entspannt an der Wand lehnt, erregt er Aufsehen: Jeder Spaziergang ein Werbeclip, jeder Termin eine Präsentation ohne Powerpoint-Software. Eine Marke braucht nicht nur Produkt, Logo und eine funktionierende Vertriebsabteilung, sondern auch eine gute Geschichte. Und die Geschichte von Hugh Herr ist beinahe zu gut, um wahr zu sein: Hugh Herr ist ein Kind der Berge, bereits mit acht Jahren be-stieg er den 3544 Meter hohen Mount Temple in Kanada, im Teenager-Alter galt er als einer der besten Kletterer der USA. 1982 startete Herr im Alter von 17 Jahren zusammen mit einem Freund auf eine Tour zum Gipfel des Mount Washington, geriet jedoch in einen Schneesturm und wurde erst nach drei Tagen gefunden. Die Beine waren nicht mehr zu retten. Noch heute findet man im Archiv der New York Times die Nachricht: "Geretteter Teenager verliert beide Beine", eine Schreckensmeldung, die scheinbar einen dicken, fetten Punkt hinter ein junges Leben setzt.

Hugh Herr aber verließ das Krankenhaus nach zwei Wochen und begann sofort "an den klobigen, schwerfälligen Prothesen herumzubasteln". Es kam dem Kletter-Freak, dem der Aufstieg im Blut liegt, gar nicht in den Sinn, auf dem Boden liegen zu bleiben. Bald begann er wieder mit dem Training, entwarf spezielle Prothesen, die auf Bedürfnisse eines Alpinisten ausgerichtet waren (Eispickel-Zehen, Teleskop-Beine) und sorgte als "mechanical boy" für Aufruhr in der Kletterszene. Um die Evolution der Extremitäten weiter voranzutreiben, studierte er später Biologie und Ingenieurwissenschaften und hat schön langsam das Gefühl, dem Gipfel ein wenig näherzukommen.

Optimierte Mensch-Maschine

Die Werkstatt der Forschungsgruppe Biomechatronik sieht aus wie eine Mischung aus einem Computerlabor und dem Hauptquartier der Lego-Technik-Jugend. In bunten Plastikschalen liegen Elektromotoren, Schrauben, Muttern und Kabel. Auf einem Tisch die Prototypen der Kunstgelenk-Manufaktur: krude Konstruktionen, die aus Metall, Latex und Kabeln zusammen geschustert wurden. In der Ecke liegen Schaufensterpuppen, die aussehen, als seien sie einem Kettensägen-Killer begegnet, den Plastikmenschen fehlen Arme und Beine. Man fühlt sich wie in der Requisitenwerkstatt eines Science-Fiction-Splatter-Films. An der Wand hängt ein Schaubild des menschlichen Muskelsystems, auf dem Nervenbahnen, Sehnen und Muskelstränge der Biomaschine Menschen aufgeführt sind, daneben hängt ein komplexer Schaltplan eines Computerchips, daneben der Futurismus-Slogan: "See past today." Damit ist schon viel gesagt. Überall in dem Büro findet man Plakate und Plastikfiguren von diversen Science-Fiction-Filmen. Das passt. Die Produkte und Ideen von Hugh Herr und seinen Studenten erinnern ja auch an das Drehbuch und die Requi-siten von kinematografischen Elektronik-Fachmessen wie Robocop oder Der Sechs Millionen Dollar Mann, in der ein schwer verwundeter Astronaut künstliche Extremitäten erhält, dazu einen Metallschädel, ein Laser-Auge und einen Radioempfänger im Brustkorb - die derart optimierte Mensch-Maschine kann Radiowellen hören und mit den Schaltkreisen in Kontakt treten. Die Zukunft, so dachte man zumindest in den kulturoptimistischen und technologiefreundlichen 60er- oder 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts, gehört den Chimären und Hybridwesen, der Cyborg gehörte zum Inventar der Zukunft wie der nukleare Backofen, das Personenkraftflugzeug (PKF) oder der Club Med auf dem Mond. Im 21. Jahrhundert fahren wir immer noch mit klapprigen Dieselkarren über Steinstraßen - 100 Prozent Old Economy - und All-inclusive-Reisen in den Orbit sind weiterhin eine Sache für Millionäre und Angestellte des militärisch-industriellen Komplexes. In einem kleinen Labor in Boston aber sitzt Hugh Herr und treibt die Cyborg-Evolution voran.

Vor einem großen Fenster befindet sich der Trainingsparcours des Labors. Treppenstufen, Kunstrasen und eine mit dicken Kieselsteinen gefüllte Wanne simulieren verschiedene Alltagssituationen und Oberflächen. Neben einem handelsüblichen Laufband stehen einige Videokameras, mit denen nicht nur Testpersonen bei ihren ersten Gehversuchen gefilmt werden, sondern mit deren Hilfe auch der menschliche Bewegungsablauf insgesamt analysiert wird. "Wir versuchen einen sehr effizienten Prozess nachzubilden", sagt Herr. Die Konstruktionen aus seiner Körperteilwerkstatt werden wie klassische Prothesen mit einer individuell gegossenen Form und Klettbändern am Beinstumpf befestigt, da der PowerFoot jedoch mit einem Elektromotor ausgestattet ist, zieht man die Prothese nicht hinter sich her, sondern hat einen gewissen Pepp beim Gehen. Das Bein hat einen Li-Io-Akku, der für 5000 Schritte am Tag batteriebetrieben reicht. "Mehr geht ein aktiver Mensch auch nicht, sagt Herr, abends hängt er die Beine dann an die Steckdose.

Im Gelenk steckt ein Gehirn, in dem viele Parameter und Bewegungsroutinen des Menschen gespeichert sind. Der PowerFoot zum Beispiel kann die Steifigkeit und Flexibilität des Wadenschafts der Gehgeschwindigkeit anpassen oder über Sensoren den Untergrund erkennen - Asphalt, Waldboden, Sand - und das Set-up verändern. "Hier gewöhnt sich nicht nur der Menschen an die Prothese", sagt Herr, auch das künstliche Bein lerne mithilfe von Algorithmen etwas über den Bewegungsmuster und Laufstil des Nutzers und passe sich an: Das Maschinengelenk simuliert den ganz persönlichen Groove.

Lange Zeit ein Stigma

Die Prothese war lange Zeit ein Stigma. Ein Holzbein, das dank rosa Lack und Latex-Applikation aussehen sollte wie ein echtes Bein und es doch nie sein konnte. Wer Hugh Herr dabei beobachtet, wie er über den Flur läuft und ein Memo studiert, würde nie glauben, dass der Mann keine Beine hat, so flüssig und selbstverständlich navigiert er im Raum. Hugh Herr hat sich nie für die Prothesen geschämt, erzählt er, es waren mächtige Werkzeuge, mit denen er sich neue Kletterrouten in den höchsten Schwierigkeitsgraden erschließen konnte, "und oft besser funktionierten als normale Beine". Er sagt: "Sie sind ein Teil von mir."

Herr ist Teil - und bald auch Hauslieferant? - einer neuen Generation von Amputierten, die sich nicht wie früher aus der Gesellschaft zurückzieht, sondern weiterhin aktiv bleibt. Menschen wie die 20-jährigen Irak-Veteranen, die man in Manhattan und Venice Beach sieht und die ihre künstlichen Arme und Beine mit Graffiti oder Flammenzeichnungen verzieren, wie ein Skateboard oder Motorrad. Typen wie der südafrikanische Sprinter Oscar Pistorius, der als Kind beide Beine verlor und nun auf seinen Prothesen so schnell unterwegs ist, dass er nicht länger im Streichelgehege der Paralympics antreten, sondern sich mit der ganzen Welt messen will (das IOC verbot seinen Start, weil man fürchtete, die Prothesen stellten eine Art Techno-Doping dar).

Hugh Herr hat den jungen Sportler beraten und ist ein Vordenker der Szene. Er will nicht, dass seine Prothese aussieht, wie ein menschliches Bein, sondern wie ein schickes Stück Technologie, das dem Nutzer, wie auch das iPhone, neue Möglichkeiten eröffnet und einen hohen Status verleiht. Herr denkt darüber nach, sich Elektroden in den Oberschenkel implantieren zu lassen, um eine Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine zu haben und die Roboterbeine durch Muskelzucken und Nervenimpulse direkt zu steuern. "Wir wollen den Körper nicht nachbauen, ", sagt er, "sondern verbessern". Wenn er die Augen schließt, dann sieht er eine Welt, in der Menschen dank der künstlichen Beine aus dem 3. Stock springen können und Cyborgs die Olympischen Spiele dominieren. Manchmal klingt es, als empfinde er Mitleid mit Menschen, die noch alle Glieder besitzen. "Es ist ein bisschen unfair", sagt Herr, "Amputierte können vom technischen Fortschritt profitieren und immer wieder Updates bekommen. Eine Person mit einem natürlichen Körper kann das nicht."

Aus diesem Grund sind die Hightech-Prothesen, die versehrten Menschen zu einem mobileren Leben verhelfen könnten, mehr als nur medizinisches Material und stehen im Zentrum einer hitzigen Debatte, in der es darum geht zu definieren, was den Menschen im Zeitalter von Gentechnik, Psychopharmaka und neurodigitalen Schnittstellen überhaupt zum Menschen macht? Wie bei vielen technologischen Innovationen schwankt die Beurteilung zwischen Horrorvision und Utopie. Da gibt es die Optimisten und sogenannte Transhumanisten wie eben Hugh Herr oder den MIT-Professor Ray Kurzweil, die die rasanten Fortschritte in Gentechnik, Biomechanik und Neuro-Pharmakologie begrüßen - eine intelligente und motorbetriebene Prothese ist für diese Denker keine Abomination, sondern ein nützliches Werkzeug wie ein Stock oder einen Faustkeil, mit dessen Hilfe der Mensch seine Reichweite, Kraft oder Leistungsfähigkeit erhöhen kann.

Kurzweil, ein hochdekorierter Wissenschafter und Computer-prophet, der schon in den 80er-Jahren die gegenwärtige Drahtlos-gesellschaft vorhersagte, geht davon aus, dass Computer im Jahr 2020 die Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns erreichen werden und es wenig später zu der so genannten Singularity kommen wird; der Punkt in der Zivilisationsgeschichte, an dem der Mensch die Komplexität und Geschwindigkeit der Maschinen-Produktion und Interaktionen nicht mehr durchschaut und zwangsläufig die Kontrolle an eine andere Instanz abgibt.

Kurzweil hat damit kein Problem, er geht davon aus, dass die Erde um das Jahr 2050 von Superrechnern und biologisch-digitalen Mischwesen beherrscht wird - ich habe lange darüber nachgedacht, aber "ich habe kein Problem damit ein unsterblicher Cyborg zu sein. Die Singularity, meinen Spötter, sei so etwas wie die Apokalypse für Nerds und Comic-Freaks, das Ende der Welt, auf dem die Menschheit auf ein neues Seinsniveau gehoben wird, nur ohne Gott und das ewige Harfenspiel.

Kurzweil ist allerdings kein Freak und Außenseiter, das Singularity Institut, das er 2008 im Silicon Valley gegründet hat, um die Kader für die Zukunft zu schulen, wird von IT-Konzernen wie Google oder Paypal unterstützt und teilt sich ein Bürogebäude mit der Nasa. Die Transhumanisten sind also längst Teil des Establishments.

Das Ende des Menschen?

Es gibt natürlich viele Menschen, denen die Ansichten von Hugh Herr und Kurzweil zu radikal und optimistisch sind, die sich davor fürchten, dass der Mensch zum ferngesteuerten Roboter mutiert und dabei die Seele von der Festplatte gelöscht wird. Biokonservative wie der Philosoph Francis Fukuyama warnen vor den sozialen und politischen Folgen des Fortschritts. Fukuyama schrieb bereits 2002 das Buch Das Ende des Menschen.

Der Mensch, so das Hauptargument, solle nicht alles tun, was er zu tun in der Lage sei. "We must live, or try to live, as true man and women, accepting our finite limits, cultivating our given gifts, and performing in ways that are humanly excellent", schrieb Leo Kass, Berater des US-Präsidenten, in der Studie "Biotechnology and the pursuit of happiness".

Der Mensch hat in seiner Geschichte allerdings schon immer alle Möglichkeiten genutzt, um neue Ufer zu erreichen, wir können uns nicht helfen, wir wollen wissen, wie es ist. Die Spezies Homo sapiens hat ein Talent zur Selbstoptimierung: Steinzeitmenschen hoben einen Stock vom Waldboden auf, um das mammutgeschädigte Knie zu entlasten, später schliff man Glasscheiben zu Linsen, um wieder klar zu sehen. "Die Menschen haben doch auch kein Problem mit Herzschrittmachern und künstlichen Hüften", sagt Hugh Herr. Wir bauen doch schon längst Cyborgs, scheint er zu sagen, habt ihr das vergessen? Ärzte pflanzen eine computergesteuerte Linse - Kamera mit Zoom! - in den Augapfel von sehbehinderten Menschen. Neurologen setzen Parkinson- und Epilepsie-Patienten winzige Gehirn-Implantate ein, die bestimmte Regionen per elektrischen Impuls anregen und motorische Fertigkeiten verbessern - ein Chip im Kopf! Die Technologie rückt uns immer näher. Wie lange dauert es noch, bis sich Menschen nicht mehr ein Freisprechgerät ins Ohr stecken, sondern sich die Funkverbindung komplett in den Kopf integrieren lassen? Ist es wirklich denkbar, dass Menschen sich irgendwann wünschen werden, wie Hugh Herr manchmal andeutet, dass sie keine serienmäßigen Menschenbeine haben, sondern Hightech-Exemplare mit ein paar zusätzlichen PS?

Hugh Herr unternimmt einen zum Scheitern verurteilten Versuch, uns zu beruhigen, "Sie müssen den Fuß ja nicht abschneiden. Man kann das künstliche Bein auch an der Hüfte befestigen." Und: "In Zukunft wird jeder Mensch so viele Beine haben wie heute Schuhe."

Hugh Herr hat gesprochen. Dann geht er, nein, gleitet, braust davon. Er muss weiterlaufen, denken, reden, muss Messen und Kongresse besuchen, in Laboren und Konferenzzimmern arbeiten, muss da sein, als "friendly reminder" daran, was technisch alles möglich ist, und dass endlich etwas passieren muss. Herr geht mit großen Schritten die Treppe hoch und sagt noch: "Ich fühle mich wie auf einer Rolltreppe." Die Besucher bleiben zurück. Fast atmet man schwer. Ein Student sagt: "Professor Herr will nicht so sein wie wir." Ein Mensch, der zu 100 Prozent aus Fleisch und Blut besteht, mit zwei fest angewachsenen Beinen und knirschenden Sehnen und Gelenken. "Er will, dass wir so werden wie er." Es geht ihm ums Prinzip. Aber es ist auch eine smarte Geschäftsentscheidung. Hugh Herr peilt die maximale Zielgruppe an. Uns. Einfach alle. (Tobias Moorstedt/DER STANDARD, Printausgabe, 26./27. 3. 2011)