Wenn einer von fünf geförderten Filmen funktioniere, sagte der Direktor des Österreichischen Filminstituts, Roland Teichmann, im STANDARD-Gespräch noch vor der Diagonale, dann sei das keine schlechte Quote. Angesichts der finanziellen Engpässe der Fördereinrichtungen, über die auf dem Grazer Festival geklagt wurde, darf man diese Aussage kritisch hinterfragen. Ausprobieren ist okay, doch nur wenn man dabei auch etwas riskiert - nicht, wenn man vermeintlich sichere Marken bloß in andere Verwertungsketten hinein verlängert. Am kommerziellen Erfolg von "Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott" kann man ja sehen, dass ungewöhnliche Einfälle durchaus honoriert werden. Eine Reform der Fördereinrichtung täte not: nicht nur, weil es Unvereinbarkeiten in den Besetzungen des Beirats zu verhindern, vor allem auch, weil es ein zeitgenössisch agileres populäres Kino zu ermöglichen gilt.

Dringend erforderlich ist zudem die Aufstockung der Mittel: Die Fördereinrichtung des Kulturministeriums stagniert seit zwei Jahrzehnten bei zwei Millionen Euro, obwohl immer mehr Filmemacher bei immer höheren Herstellungskosten auf diese Einrichtung zugreifen. Der internationale Erfolg der Arbeiten sollte Motivation genug sein. Stattdessen lässt man nun einen Einreichungstermin einfrieren. Filmische Erfolge zu zelebrieren ist zu wenig - die Politik ist gefordert, Strukturen zu garantieren. (Dominik Kamalzadeh , DER STANDARD; Print-Ausgabe, 28.3.2011