Bregenz/Wien - Die AUA ist nicht mehr die einzige Fluglinie, die Wien mit Vorarlberg und der Ostschweiz verbindet. Seit Montag hat sie einen Mitbewerber direkt vom Flugfeld Altenrhein (Kanton St. Gallen), wo sie bisher Alleinanbieterin war. Der Vorarlberger Unternehmer Markus Kopf, Besitzer des privaten Flugfelds am Bodensee, macht seinem Kunden AUA mit einer eigenen Airline Konkurrenz.

Drei Rotationen fliegt die neue People's Viennaline täglich - wie die Austrian Airlines. Sechs Rotationen sind für ein Potenzial von jährlich maximal 100.000 Fluggästen zu viel, das weiß auch Kopf. Deshalb würde der Flugfeld-Eigentümer die Strecke auch gerne als einziger Anbieter fliegen. Bis 2016 muss er sich den Markt aber mit der AUA teilen, bis dahin laufen die Verträge.

An einen vorzeitigen Ausstieg und einen Wechsel der AUA nach Friedrichshafen, den sich People's Geschäftsführer Armin Unternäher "gut vorstellen kann", denkt man bei der AUA aber nicht: "Wir fliegen weiter", sagt Michael Braun. Auch wenn man es der Airline in Altenrhein nicht leicht mache. So wurden beispielsweise die Passagiergebühren auf 39 Euro erhöht.

Im Vergleich dazu erhebt der Flughafen Friedrichshafen (von dort fliegt Intersky nach Wien) Gebühren von 9,34 Euro ein. Dafür sei Friedrichshafen auch defizitär, müsse durch öffentliche Subventionen gestützt werden, sagt Kopf.

Profitieren vom Luftkampf um Altenrhein werden die Passagiere. Kopf verspricht lukrative Startangebote und Billigtickets für Studenten (75 Euro oneway). Die AUA sei mit 169 Euro hin/retour unschlagbar billig, sagt hingegen Braun. Dieses Redticket ist aber nur mit wochenlanger Vorbuchung möglich.

Wenn sich zwei streiten, freut sich bekanntlich der Dritte. Das dürfte die Intersky sein, die Wien-Bodensee zu den billigsten Tarifen fliegt, wie ein Preisvergleich des ORF Vorarlberg ergab.Markus Kopf ist dennoch optimistisch. Er will 110. 000 Fluggäste pro Jahr und damit Flugfeld und -linie auslasten. (Jutta Berger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.3.2011)