Wien - Die Casinos Austria haben ein durchwachsenes Jahr hinter sich. Bedingt durch die Wirtschaftskrise wird in ganz Europa weniger Geld für Glücksspiel lockergemacht, zudem verlagern sich Pokern, Roulette und Co. zunehmend ins Internet. Bei den klassischen Spielbanken in Österreich müssen die Casinos außerdem bald mit Konkurrenz rechnen. Im Ausland mussten die Casinos Austria 2010 einen Verlust von 35,2 Mio. Euro verkraften. Das Konzernergebnis ist dadurch zwar deutlich abgesackt, konnte aber mit 3,7 Mio. nach 56,4 Mio. Euro im Plus gehalten werden - nicht zuletzt dank Personalreduktion. Die zwölf Casinos in Österreich sind nach langer Zeit wieder profitabel, der Umsatz ging jedoch spürbar zurück.

Der konsolidierte Konzernumsatz legte 2010 leicht von 3,181 Mrd. auf 3,188 Mrd. Euro zu, teilten die Casinos Austria am Mittwoch mit. Der Mitarbeiterstand der Gruppe hat sich reduziert, und zwar von 9.897 auf 9.642 Vollzeitäquivalente im Jahresschnitt. Bei der verlusteschreibenden Auslandstochter Casinos Austria International (CAI) waren per Jahresende 2010 nur mehr 7.300 (7.500) Personen beschäftigt, dies auch, weil Beteiligungen - etwa die Anteile an der Spielbank Luzern - abgestoßen wurden.

In den Casinos im Inland (CASAG) hat das Unternehmen im Vorjahr ein "Ausstiegsmodell" gestartet, das mit rund 19 Mio. Euro (Rückstellungen in der Bilanz 2010) zu Buche schlug, wie es auf APA-Anfrage hieß. Bis zu 150 Mitarbeitern werden dabei Golden Handshakes angeboten, im Vorjahr haben dies 50 Personen angenommen. Die Verschlankung der zweiten Managementebene in den Spielbanken sei bereits abgeschlossen, statt vier Führungskräfte pro Standort gibt es jetzt nur noch drei. Im Jahresschnitt hat sich die Mitarbeiterzahl der CASAG von 1.710 auf 1.641 reduziert.

Operativ haben es die Spielbanken 2010 nach einigen Jahren wieder in die schwarzen Zahlen geschafft. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) belief sich auf 1,9 Mio. Euro nach zuletzt -3,4 Mio. Euro. Die Besucherzahlen sind leicht um 1,2 Prozent auf 2,36 Millionen gestiegen. Der Bilanzgewinn der Casinos Austria AG ist jedoch von 8,06 auf 5,62 Mio. Euro zurückgegangen. Der Umsatz schrumpfte von 275 Mio. auf 258 Mio. Euro - zurückzuführen ist dies darauf, dass der sogenannte Megamillionen-Jackpot relativ oft geknackt wurde.

Großes Sorgenkind des Konzerns ist die Auslandstochter, die im Vorjahr erstmals in ihrer Geschichte tief in die roten Zahlen gerutscht ist und nun saniert werden muss. Der Umsatz der CAI ist von 860 auf 728 Mio. Euro gesunken, wurde heute bekanntgegeben. Bei den Lotterien blieb der Umsatz bei 1,17 Mrd. Euro stabil, der Entertainment-Bereich (die Internetplattform win2day, die Automatencasinos WINWIN sowie tipp3) legte von 1,48 auf 1,53 Mrd. Euro zu.

Die ersten Wochen des Jahres 2011 hätten sich "überaus positiv" entwickelt. Sowohl bei den Lotterien als auch in den zwölf Casinos hätten "deutliche Umsatzzuwächse" verzeichnet werden können. Auch im Ausland sei die Talsohle durchschritten, konkrete Prognosen gab Casinos-General Karl Stoss aber keine. Nur so viel: "Wir sind fit für den Wettbewerb und auf die anstehende Konzessionsvergabe bestens vorbereitet." Die Casinolizenzen - künftig sind es 15 statt 12 - müssen heuer erstmals europaweit ausgeschrieben werden. Neben den Casinos Austria spitzt auch der niederösterreichische Automatenkonzern Novomatic auf eine Konzession, auch einige Unternehmen aus dem Ausland haben Interesse bekundet. (APA)