Wien - Der frühere Flughafen-Wien-Chef Herbert Kaufmann bleibt dem Verbund-Aufsichtsrat doch weiter erhalten. AR-Chef Gilbert Frizberg sagte am Mittwoch zur APA, es gebe keine Rücktrittsmeldung. Es liege auch kein Anlass vor, einen Rechtsakt in diese Richtung zu setzen. Damit bestätigte Frizberg einen "WirtschaftsBlatt"-Bericht. An sich war mit einem Abgang Kaufmanns im Gefolge der Kostenexplosion beim Skylink-Projekt am Airport seit dem Vorjahr gerechnet worden.

Neu ins Aufsichtsgremium des Stromkonzerns einziehen sollen bei der Hauptversammlung in zwei Wochen die Wiener-Stadtwerke-Chefin Gabriele Payr und der neue EVN-Generaldirektor Peter Layr anstelle seines Vorgängers Burkhard Hofer. Der Nominierungsausschuss hat sich mit diesen Vorschlägen bereits befasst. Ausscheiden wird Rechtsanwalt Maximilian Eiselsberg. Ihm folgt als weiterer Vize-AR-Chef neben Peter Püspök der frühere Umdasch-Chef Reinhold Süßenbacher.

Frizberg sieht durch diese AR-Veränderungen und die mit 1. April wirksame Aufstockung des Verbund-Vorstands wiederum auf vier Mitglieder den börsenotierten Stromkonzern in einem ruhigeren Fahrwasser und gut gerüstet für die Zukunft. Wie berichtet zieht Günther Rabensteiner als neuer Auslandsvorstand ein. Generaldirektor Wolfgang Anzengruber kümmert sich künftig ausschließlich um die Holding-Funktionen und die Rolle als Chief Financial Officer (CFO).

Ulrike Baumgartner-Gabitzer bleibt Vorstand für Wasserkraft und Netz, Johann Sereinig verantwortet weiterhin Handel und Vertrieb sowie den Personalbereich des Konzerns. Alle vier Verträge laufen bis Ende 2013. Erfreut zeigt sich Frizberg auch darüber, dass der Verbund jetzt wieder die Nr. 1 bei der Börsekapitalisierung in Österreich geworden ist, "dort, wo wir hingehören".

Eiselsberg räume nicht ganz freiwillig das Feld für Payr, schrieb das "WirtschaftsBlatt". Auch die Arbeitnehmervertreter würden das Ausscheiden des Rechtsanwalts bedauern. Kritik kommt auch von IVA-Präsident Wilhelm Rasinger: Der Anlegerschützer bezeichnete in der Zeitung den Abgang des Anwalts als "Rückschritt" und "unerfreuliches Signal", es gehe damit nicht nur ein Rechtsexperte, sondern auch der Kleinaktionärsvertreter im Aufsichtsrat verloren. (APA)