Drei Monate nach der Übernahme der bulgarischen WAZ-Blätter Trud, 24 Chassa und 168 Chassa wurde die Wiener Käufergruppe um Karl Habsburg laut Sofioter Mediendiensten von ihren bulgarischen Partnern ausgebootet. Der Industrielle Ognyan Donev und der Medienunternehmer Ljubomir Pavlov ließen sich laut Mediendiensten 83 Prozent an der gemeinsamen Printmedia Ltd. in Sofia überschreiben. Habsburg, eben aus Südafrika zurück, wollte sich auf Standard-Anfrage vorerst nicht äußern. Er gehe davon aus, noch sei im "Konflikt unter Partnern" "nichts Gravierendes" passiert.

Die Wiener Käufergruppe BG Printinvest von Karl Habsburg, der bulgarische Medienunternehmer Christo Grosev und der Deutsche Daniel Rutz hatten der WAZ vergangenen Dezember die auflagenstärksten Tageszeitungen sowie Druckerei, Vertrieb und Verlagshaus in Sofia abgekauft. Der kolportierte Preis lag bei etwa 45 Mio. Euro. Habsburgs Printinvest hielt 53 Prozent der Anteile der Printmedia, die als neuer Eigentümer der WAZ-Zeitungen auftrat. Den Rest teilten sich Donev, Eigentümer des Pharma-Unternehmens Sopharma, und Pavlov. Rutz verließ mittlerweile die Printinvest von Habsburg.

Recherchen von mediapool.bg zufolge arrangierten Donev und Pavlov die Überschreibung der Printmedia-Anteile bei einer Notarin am 27. März - einem Sonntag. Habsburgs Partner Grosev blockierte daraufhin alle Transfers im Handelsregister. Grosev erklärte, er habe auch keine Kenntnis von einem 25-Mio.-Kredit gehabt, den Donev und Pavlov bei der Unicredit Bank in Sofia aufgenommen haben. Als Sicherheit für den Kredit wurden demnach Zeitungen, Druckerei und Verlagshaus der Printmedia gegeben. (mab, fid, DER STANDARD; Printausgabe, 31.3.2011)