Wien - In der ÖVP-internen Debatte nach den zuletzt erfolgten Rücktritten dreier Mandatare fordert der steirische Landesparteichef Hermann Schützenhöfer nun den rekonvaleszenten Bundesparteicherf Josef Pröll auf, die inhaltliche Linie vorzugeben und sich dabei auch gegen die Bünde innerhalb der Partei durchzusetzen. "Josef Pröll selbst muss sagen, was er inhaltlich will. Dann werden wir ihm folgen. Er muss sich aus der Geiselhaft der Partei befreien. Rücksichtl und Hinsichtl darf es nicht mehr geben. So finden wir zu keiner kantigeren Linie", sagt Schützenhöfer in der "Kleinen Zeitung".

Parteistruktur als Schwitzkasten

Nach Ansicht Schützenhöfers muss sich Pröll dabei "aus dem Schwitzkasten der bündischen Struktur befreien. Ich will die Bünde nicht abschaffen, sie sollen im Vorhof der Partei eine Rolle spielen, aber nicht auf dem Hauptspielfeld." Schützenhöfer, dem es selbst bei der Landtagswahl 2010 nicht gelungen war, die ÖVP wieder auf Platz eins zu führen, verlangt auch, "das ewig lange öffentliche Herumdoktern an Positionsfragen" müsse aufhören. Die Kritik richtet er vor allem an jene, "die aus der zweiten und dritten Reihe ständig in die Suppe spucken", bis sich niemand mehr auskenne, wofür die Partei steht. (APA)