Japans Ministerpräsident Naoto Kan will das schwer beschädigte Atomkraftwerk Fukushima Eins vollständig stilllegen lassen. Kan sagte bei einem Treffen mit dem Vorsitzenden der kommunistischen Partei Japans, Kazuo Shii, die gesamte Anlage werde stillgelegt, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Donnerstag meldete. Demnach versprach Kan auch, den geplanten Bau von mindestens 14 neuen Reaktoren bis 2030 zu überprüfen.

Der Vorsitzende der Betreiberfirma Tepco, Tsunehisa Katsumata, hatte am Mittwoch gesagt, dass die weitgehend zerstörten Reaktoren 1 bis 4 der Anlage in Fukushima Eins verschrottet würden. Er deutete jedoch an, dass die Reaktoren 5 und 6, deren Lage als stabil gilt, später weiter betrieben werden könnten.

Notfallplan soll unzureichend gewesen sein

Laut einem Bericht der US-Zeitung "Wall Street Journal" war Tepco nicht auf die Katastrophe vorbereitet. Der Notfallplan für Fukushima Eins sei völlig unzureichend gewesen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf ihr vorliegende Dokumente. Er habe weder den Einsatz externer Feuerwehrleute, noch des Militärs vorgesehen. "Der Notfallplan funktionierte nicht. Er war auf so etwas Großes nicht eingestellt", sagte ein früherer Tepco-Mitarbeiter der Zeitung.

Dem Konzern, der wegen seines Umgangs mit der Krise in der Kritik steht, drohen hohe Entschädigungszahlungen. In den vergangenen Tagen hatte die Regierung angedeutet, dass die Aktiengesellschaft verstaatlicht werden könnte. (APA)