Binnen einer Woche nach Konkurseröffnung hat 1984 ein Masseverwalter in Salzburg ein seit Jahren verlustbringendes Viersternhotel trotz aktuell guter Buchungslage geschlossen. Nunmehr hat der OGH festgehalten, dass ein Gemeinschuldner bei einer sachlich ungerechtfertigten Schließung seines Unternehmens durch § 114 KO geschützt ist (8 Ob 110/02p vom 2. 7. 2002). Schadenersatzansprüche gegen den Masseverwalter sind denkbar, weil die Entscheidung der Unternehmensschließung gravierend ist und Eigentumsrechte des Gemeinschuldners berührt werden. Masseverwalter müssen daher besonders sorgfältig prüfen, ob sie ein Unternehmen trotz Konkurs fortbetreiben oder schließen. Für ihre Entscheidung haften sie wie Sachverständige. (gor/DER STANDARD Print-Ausgabe, 13.5.2003)