Hamburg - Die NATO steht nach den Worten ihres Militärchefs, General Harald Kujat, zu schneller Hilfe in Irak bereit. "Sobald sich ein Mitgliedsstaat an uns wendet, steht das Thema auf der Tagesordnung", sagte Kujat, Vorsitzender des NATO-Militärausschusses in Brüssel ist, der Zeitung "Financial Times Deutschland" (Dienstagsausgabe). "Wir können im Fall der Fälle sehr schnell planen."

Kujat bezog sich damit auf den Wunsch Polens nach Unterstützung der Allianz für eine von der polnischen Armee angeführte Friedenstruppe in Irak. Dass die NATO bei einem Einsatz am Golf ähnlich wie bei der Internationalen Friedensmission in Afghanistan (ISAF) einen Führungsauftrag übernehmen könnte, glaubt der General allerdings nicht: "Die Situation ist anders als in Afghanistan". In Irak sei eine "unterstützende Rolle eine Option".

Die Bereitstellung von Soldaten und militärischem Gerät werde sich "nicht wie in der Türkei-Frage über Wochen hinziehen", sagte Kujat mit Blick auf die Diskussionen um NATO-Beistand für Ankara vor Beginn des Irak-Kriegs. Allerdings könne das Bündnis erst nach einem Beschluss aller Mitglieder feststellen, was für einen Einsatz gebraucht werde und welches Land welche Fähigkeiten zur Verfügung stellen könnte.

"Zustimmung des NATO-Rats bedeutet noch nicht, dass sich ein Staat auch an einem Einsatz beteiligen wird", betonte Kujat. "Wir gehen aber bei einem NATO-Beschluss davon aus, dass die Mitglieder die erforderlichen Fähigkeiten stellen werden." (APA)