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Foto: apa/dpa/multhaup

Berlin/Wien - Die positive Probe stammt von einem Betrieb im Kreis Viersen im Bundesland Nordrhein-Westfalen nahe der niederländischen Grenze. Es handelt sich um das gleiche Virus, das in den Niederlanden und in Belgien aufgetreten ist. Bereits am Montagabend hatte die Europäische Union ein Exportverbot für Geflügel, Bruteier und Gülle aus Nordrhein-Westfalen verhängt. Auch jeglicher Transport von Geflügel innerhalb der Landesgrenzen ist verboten. Noch sieht man in Brüssel aber nicht die Notwendigkeit, das Export- und Transportverbot auf ganz Deutschland auszudehnen.

Am Dienstagnachmittag trat in Berlin der nationale Krisenstab zusammen, um zu beraten, wie eine weitere Ausbreitung der Krankheit aufgehalten werden könne. Mehr als 84.000 Tiere aus Höfen in der Umgebung des betroffenen Geflügelbetriebes wurden bereits getötet. Eine weitere Schlachtung von Tieren ist vorerst nicht vorgesehen.

Alle Zootiere werden geimpft

Die Landwirtschaftsministerin von Nordrhein-Westfalen, Bärbel Höhn, bereitet nun die Impfung aller Zootiere vor. Ein entsprechender Antrag an die Europäische Kommission, die die Impfung genehmigen muss, wird vorbereitet. Höhn möchte auch andere Tiere vorsorglich impfen lassen, aber bei der EU gilt der Grundsatz "Töten statt impfen". Regionale Impfungen dürften nicht automatisch ein deutschlandweites Exportverbot nach sich ziehen, forderte Höhn.

Laut statistischem Landesamt wurden 2002 insgesamt 2,097.100 Hühnerküken und 9.578 Truthahnküken aus Nordrhein-Westfalen nach Österreich exportiert. Wie das Gesundheitsministerium in Wien auf STANDARD-Anfrage - ohne Stückzahlen zu nennen - erklärte, sind in den vergangenen Wochen aus Nordrhein-Westfalen 43 "Sendungen" Bruteier und Tiere in Österreich (hauptsächlich in Niederösterreich) eingelangt. Die Tiere stünden un-ter amtstierärztlicher Aufsicht, es bestehe für Österreich keine Gefahr.

Da bereits bei Bekanntwerden des Verdachts Maßnahmen ergriffen wurden, bestehe vorerst kein Anlass, diese zu verschärfen. Entsprechende Proben im März und April haben keine auffälligen Befunde ergeben. (Alexandra Föderl-Schmid/DER STANDARD, Printausgabe, 14.5.2003)