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Barbara Gindl/APA

Wien - Die SPÖ fordert nach dem Diebstahl der Skulptur "Saliera" aus dem Kunsthistorischen Museum Wien (KHM) nun den Rücktritt der für Museen verantwortlichen Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) und von KHM-Direktor Wilfried Seipel. "Für die Schlampereien im KHM ist Gehrer verantwortlich", erklärte SPÖ-Abgeordneter Kurt Gartlehner. SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen hält es "verantwortungslos, Seipel einen 'Persilschein' auszustellen". Und SPÖ-Abgeordnete Andrea Kuntzl meinte, Seipel solle seinen Rücktritt "nicht nur alibihalber anbieten, sondern tatsächlich zurücktreten".

Wenn sich Gehrer erst heute von den Museumsdirektoren zur Sicherheit in den Bundesmuseen informieren lasse, dann sei das der Beweis, "dass sie bisher ihrer Kontroll-Verantwortung nicht nachgekommen ist", erklärte Gartlehner und forderte, dass sie die Verantwortung "nicht abstreifen, sondern selbst die Konsequenzen ziehen" solle.

Dass Gehrer "noch vor der Untersuchung der Sachlage Seipel präventiv von jeder Schuld freispricht, legt den Schluss nahe, dass die Ministerin offensichtlich nicht in der Lage ist, den Museumsbereich so zu managen, wie es angemessen wäre", meinte Muttonen und fragte, ob die Ministerin "aus dem größten Kunstraub der Zweiten Republik nicht persönliche Konsequenzen ziehen" müsse.

Kuntzl: Inakzeptable Versäumnisse

Kuntzl wirft Seipel "inakzeptable Versäumnisse" vor. Dessen größte Ambition sei offenbar darauf gerichtet, bei möglichst vielen Seitenblicke-Events zu erscheinen. Deshalb habe er nicht genügend Zeit und zu wenig Interesse, sich um die eigentlichen Probleme des KHM, insbesondere um die Sicherheit der wertvollsten Objekte zu kümmern, meinte Kuntzl und forderte Gehrer dazu auf, Sorge zu tragen, dass die Arbeit an der Spitze des Kunsthistorischen Museums sachgerecht, seriös und mit 100-prozentigem Einsatz geleistet wird.

Bericht

Für die Kultursprecherin der Grünen, Eva Glawischnig, ist es befremdlich, dass sich nach dem Diebstahl im KHM nun nach Seipel auch Gehrer am nächtlichen Wachdienst abputze, "statt über ihre eigene Verantwortung für die Sicherheit der österreichischen Kunstschätze nachzudenken". Glawischnig fordert, dass dem nächsten Kulturausschuss ein Bericht über die Sicherungsmaßnahmen in den österreichischen Museen vorgelegt werden soll. (APA)