Bregenz - Droht Gefahr von außen, wird aus der zerstrittenen Bregenzer Wirteszene eine "Interessengemeinschaft". Die Innenstadtwirte wehren sich mit einer Unterschriftenaktion gegen gastronomische Aktivitäten der Stadt, die im Magazin 4, einem ehemaliger Gewerbebau, ein Kaffeehaus einrichtet und die aufgelassene Fußgängerunterführung unter dem Leutbühel verpachten will. "Ohne Ausschreibung", kritisiert Christian Vögel.

Bester Nachtplatz

Gerüchteweise soll der beste Nachtplatz am Ort an einen Nicht-Bregenzer vergeben werden. Der Dornbirner Szenewirt Sigi Innauer (der Bruder vom Toni) wird zur neuen Konkurrenz, heißt es in der Gerüchteküche. "Alles Gerede, rein parteipolitisch motiviert", meint Bürgermeister Markus Linhart (VP) dazu. Es sei "noch alles offen", zuerst müssten die technischen Möglichkeiten in der Unterführung abgeklärt werden, dann würden die fünf Interessenten eingeladen, Angebote zu legen. Das freihändige Vergabeverfahren werde nach "den Geboten der Fairness" durchgeführt. Zu einer Ausschreibung sei die Stadt bei Vermietung nicht verpflichtet.

Ausschreibung

Ausgeschrieben wurde die Bewirtung des Magazin-Cafés. Drei Bewerber meldeten sich, genommen wurde keiner. Eine zweite Ausschreibung wird nicht durchgeführt. Weil es, so Linhart, "eine Reihe von Interessenten gibt". Die Entscheidung soll noch im Mai fallen. "Es ist uns schließlich nicht wurscht, welcher Wirt ein Lokal betreibt, das mit der Stadt identifiziert wird." In den Umbau hat die Stadt 200.000 Euro investiert, weitere 160.000 Euro sind für die Einrichtung reserviert. (jub, DER STANDARD Printausgabe 15.5.2003)