Köln - Die katholische Hilfsorganisation Caritas setzt auf ein härteres Vorgehen der USA zur Wiederherstellung von Ordnung und Sicherheit im Irak, meldet die Kathpress. Nach wie vor sorge die fehlende Sicherheit in der Hauptstadt Bagdad dafür, dass Strom- und Trinkwasserversorgung nicht funktionierten, das Bankwesen nicht auf die Beine komme und medizinische und humanitäre Hilfe stocken, sagte der Koordinator der weltweiten Caritas-Hilfe im Irak und ausgebildete Arzt Karl Ammann am Donnerstag im Kölner "Deutschlandfunk". Die Lage habe sich in den vergangenen 14 Tagen eher noch verschlechtert.

Es gebe nach wie vor Plünderungen in Reichweite der westlichen Truppen, sagte Ammann. Dass die Menschen in der irakischen Hauptstadt nicht massenweise verhungern, liege an den bereits vor dem Krieg verteilten Nahrungsmitteln im Rahmen des Programms "Öl für Lebensmittel". Schießereien, Überfälle und Vergewaltigungen führten dazu, dass beispielsweise weibliche Angestellte nicht zur Arbeit erscheinen. Weil das Bankwesen nicht funktioniere, verfügten viele Bewohner der Hauptstadt über kein Geld mehr. Nach Angaben des deutschen Caritas-Experten hat sich die Lage in nordirakischen Mossul - anders als in Bagdad - weitgehend beruhigt.(APA)